Rüstungsbetrieb liefert an Ungarn

300-Millionen-Auftrag für Rheinmetall: Auch Kasseler Standort profitiert

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Millionenschwerer Auftrag aus Ungarn: Der Rüstungskonzern Rheinmetall liefert unter anderem Fahrgestelle für 24 Panzerhaubitzen 2000.

Der Kasseler Standort des Rüstungskonzerns Rheinmetall profitiert von einem 300-Millionen-Euro-Auftrag zur Modernisierung des ungarischen Heeres.

Wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte, entfällt auf ihn etwa die Hälfte des Auftragsvolumens. Der hiesige Standort des Münchner Rüstungsbetriebs Krauss-Maffei Wegmann (KMW) übernimmt bei dem Auftrag ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wie Rheinmetall mitteilte, fertigt das Unternehmen für die Bestellung 13 HX- und TGS-Lastkraftwagen, Waffenanlagen und Feuerleittechnik für 44 Kampfpanzer Leopard 2 sowie Waffenanlagen, Feuerleittechnik und Fahrgestelle für 24 Panzerhaubitzen (PzH) 2000. Dabei handelt es sich um ein Artilleriegeschütz auf einem gepanzerten Kettenfahrzeug, das von KMW und Rheinmetall produziert wird. In Kassel werden Rheinmetall zufolge für den aktuellen Auftrag die Fahrgestelle für die 24 Panzerhaubitzen 2000 gebaut.

Auftrag für Rheinmetall aus Ungarn: Lieferungen beginnen 2021

KMW hatte bereits im Dezember 2018 von den ungarischen Landstreitkräften den Auftrag zur Lieferung von 44 neu gefertigten Kampfpanzern Leopard 2A7+ und 24 neu gefertigten PzH 2000 erhalten. In Kassel werden laut Unternehmenssprecher die Türme für die Panzerhaubitzen produziert und in die Fahrgestelle integriert. Zum Volumen des Auftrags machte er keine Angaben. Ungarn wird damit der 19. Leopard-2-Nutzerstaat und der achte Nutzerstaat der PzH 2000. Die Lieferungen beginnen laut Rheinmetall 2021 und dauern bis 2025.

Rheinmetall betreibt zwei Werke in Kassel. Dort arbeiten gut 1000 der weltweit 23.000 Mitarbeiter. Eines beschäftigt sich vor allem mit Ketten-, das andere mit Radfahrzeugen. Gebaut werden in Kassel unter anderem der Transportpanzer Boxer, Berge-, Pionier- und Minenräumpanzer sowie Komponenten für verschiedene Fahrzeuge, darunter MAN-Militär-Lkw, die in einem Schwesterwerk in Wien vom Band laufen.

Rheinmetall: Das wird in Kassel gefertigt

KMW beschäftigt in drei Werken in Kassel gut 1500 seiner insgesamt über 3000 Mitarbeiter. Dort werden neben Türmen für den schweren Kampfpanzer Leopard 2 unter anderem auch die PzH 2000, das Nachfolgegeschütz der Artillerie AGM, der Spähpanzer Fennek, der Luftabwehrpanzer Gepard und der Schützenpanzer Puma gebaut. Außerdem kommen streng geheime Hochleistungselektronik etwa für den Leopard sowie Spezialkabelbäume aus Kassel. Sowohl KMW als auch Rheinmetall arbeiten zusätzlich in der Instandsetzung, Wartung und Modernisierung von Panzern.

Das größere Rheinmetall kooperiert mit dem kleineren KMW bei Panzermodellen wie etwa dem Puma, gleichzeitig konkurrieren die beiden Konzerne weltweit bei der Auftragsvergabe. Ende 2018 wurde bekannt, dass Rheinmetall eine Übernahme von KMW erwägt. Der Konzern bestätigte Gespräche über den Erwerb des Panzerbauers oder „sonstige Formen der Kooperation mit KMW oder dem Mutterkonzern KNDS“.

Die Idee einer Fusion der beiden Heerestechnik-Hersteller ist nicht neu, scheiterte in der Vergangenheit aber immer wieder. Das lag vor allem daran, dass beide Seiten im Falle einer Fusion die Führung beanspruchten.

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