Rheinmetall: Bis zu 300 Mitarbeiter sollen gehen

Kassel. Bei dem Kasseler Panzerbauer Rheinmetall Landsysteme (RLS) droht ein noch größerer Abbau von Arbeitsplätzen als bislang befürchtet. Nach Gewerkschaftsangaben gibt es Pläne der Geschäftsleitung, nach denen 150 Mitarbeitern gekündigt werden soll.

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Etwa genau so viele sollen ein Versetzungsangebot bekommen. Offiziell gibt es dazu keine Stellungnahme. Die Stimmung unter den 410 RLS-Mitarbeitern ist angespannt. „Es sieht nicht gut aus für den Standort“, sagt Gewerkschaftssekretär Walter Brück (IG Metall). Auch wenn die Düsseldorfer Konzernleitung strenge Vertraulichkeit verlange, sei einiges durchgesickert. Neben den Kündigungen werde es Versetzungsangebote in das Werk Unterlüß in der Lüneburger Heide geben. Mit den verbleibenden gut 100 Mitarbeitern habe der Standort kaum eine Perspektive.

Brück bezeichnet das als eine Salamitaktik, um den Bereich Rheinmetall Landsysteme in Kassel mittelfristig zu schließen. Dies könne dann auch Auswirkungen auf die etwas größere Kasseler Konzerntochter MAN Military Vehicles haben. Insgesamt arbeiten in Kassel bislang rund 1000 Menschen für Rheinmetall. Im Verlauf der kommenden Woche soll es eine weitere Mitarbeiterversammlung geben. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

In der Versammlung wird es unter anderem darum gehen, ob und wann gestreikt wird. „Die Zeichen stehen auf Arbeitskampof“, sagt Brück. Es sei kaum zu erwarten, dass der Konzern seine Pläne noch gravierend ändere. Ziel Sozialtarif Jetzt wolle man zumindest erreichen, dass die Beschäftigten nicht völlig leer ausgehen. Ziel ist ein Sozialtarifvertrag. Dabei geht es unter anderem um Abfindungen für die von der Kündigung betroffenen Mitarbeiter. Die Arbeitgeberseite habe ein Gesprächsangebot für Montag, 3. September, gemacht.

Von Thomas Siemon

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