Auf fünf Mrd. Euro – Rüstung soll in Gewinnzone

Rheinmetall will den Umsatz steigern

Kassel. Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern will den Umsatz in diesem Jahr um 2,4 bis 6,6 Prozent auf 4,8 bis fünf Milliarden Euro steigern und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von bis zu 250 Millionen Euro erzielen.

Das sagte Vorstandschef Armin Papperger am Donnerstag während der Bilanzpressekonferenz. Gleichzeitig soll die Rüstungssparte, die im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen geschrieben hat, in die Gewinnzone zurückkehren.

Zwei Werke in Kassel

Das M-Dax-Unternehmen betreibt in Kassel zwei Werke mit insgesamt 854 Beschäftigten. Zurzeit werden aus Afghanistan zurückkehrende Fahrzeuge der Typen Fuchs und Boxer instand gesetzt, andere Füchse modernisiert, 20 weitere Boxer zu Ambulanz- und Führungsfahrzeugen umgebaut sowie Yak-Lkw auf Vordermann gebracht. „Wir haben derzeit eine zufriedenstellende Auslastung in Kassel und kämpfen dafür, dass dies auch über 2015 hinaus so bleiben wird“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

2014 war der Rheinmetall-Umsatz um sechs Prozent auf fast 4,7 Milliarden Euro gestiegen. Das Ebit sank allerdings um ein Viertel auf 160 Millionen Euro, lag aber um zehn Mio. Euro höher als in der jüngsten Prognose.

Grund für den gesunkenen Ertrag ist unter anderem auch die Ausgliederung der Aluminium-Technologie der Autosparte in ein Gemeinschaftunternehmen mit einem Partner. Die Autosparte war mit einem Wachstum von acht und einem Umsatzanteil von 52 Prozent die etwas größere und erzielte mit 184 (Vorjahr: 158) Mio. Euro einen Ergebnisrekord. Anders die Rüstungssparte. Die legte zwar beim Umsatz um vier Mio. auf 2,24 Mrd. Euro zu, machte aber ein Minus von neun Millionen Euro. Zusammen mit Sonderaufwendungen von 58 Millionen Euro belief sich der Verlust in diesem Bereich auf 67 Millionen Euro.

Die Belastungen resultieren zum einen aus den geplanten Kosten für die Umstrukturierung, einer Kaufpreisanpassung und einer hohen Strafzahlung wegen einer aufgeflogenen Bestechung einer Bremer Tochter bei einem Rüstungsgeschäft mit Griechenland. Insgesamt steht die Sparte aber gut da. Der Auftragsbestand wuchs um acht Prozent auf nunmehr gut 6,5 Mrd. Euro – rein rechnerisch der Rüstungsumsatz von drei Jahren. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 30 (Vorjahr: 47) Cent vor. Die Aktie legte gestern um 4,38 Prozent auf 46,94 Euro zu.

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