Zunächst 20 neue Stellen geplant

Rheinmetall will wieder Panzertürme bauen - Entwicklung in Kassel

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Produktion und Instandhaltung von Panzer Fuchs und Boxer bei Rheinmetall in Kasel, im Bild das Modell Fuchs.

Kassel. Der Rüstungsgüter-Produzent Rheinmetall stärkt seinen Standort Kassel weiter. Künftig sollen dort auch Türme entwickelt werden.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wird eine neue Entwicklungsabteilung für Panzertürme im „Werk Mittelfeld“ angesiedelt. Dafür sucht der Düsseldorfer Konzern zunächst 20 Ingenieure der Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik. Der Leiter der Forschung und Entwicklung, Hans Mall, verspricht „eine technologisch herausfordernde Aufgabe“ in einem internationalen Team.

Rheinmetall hatte seine Turmaktivitäten im Zuge des Konzernumbaus vor mehr als zehn Jahren stark zurückgefahren. Weil aber große Aufträge etwa für den Transportpanzer Boxer winken, will der Heerestechnik-Spezialist wieder ins Geschäft mit Türmen einsteigen. Die Wahl des Entwicklungstandorts fiel auf Kassel, weil hier bereits 120 Fahrzeugentwickler arbeiten. Die Integration des Turms erfordert eine enge Abstimmung mit ihnen. Hinzu kommt die zentrale Lage der Stadt in der Mitte Deutschlands und ihre gute Verkehrsanbindung sowie die Universität Kassel mit den starken Fachbereichen Maschinenbau und Elektrotechnik.

Im Falle eines Zuschlags werden die Türme im niedersächsischen Unterlüß in der Südheide gebaut, wo die Fahrzeuge und Waffen auf einem weitläufigen Rheinmetall-Gelände erprobt werden.

Wie berichtet, bewirbt sich Rheinmetall gemeinsam mit Konsortialpartner Krauss-Maffei Wegmann (KMW) um einen Großauftrag über 225 Boxer für Australien. Hoffnungen machen sich die Kasseler auch auf den Zuschlag der britischen Armee, die 500 Radpanzer dieser Kategorie ordern will. Mit Blick hierauf und auf die ohnehin gute Auftragslage baut Rheinmetall den Standort seit Monaten kräftig aus. Die Zahl der Beschäftigten soll in den nächsten Wochen die Marke von 1000 überschreiten. Damit sind binnen Jahresfrist etwa 200 neue Jobs entstanden. Nach Angaben von Werkleiter Rudolf Meidinger soll der Aufbau Anfang 2018 abgeschlossen sein. Insgesamt werden vier Millionen Euro investiert.

So präsentiert Rheinmetall den Boxer im Internet

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