Landgericht: Vier Jahre für gemeinschaftlich begangene Vergewaltigung - K.-o.-Tropfen eingesetzt

Richter: Frau in eine Falle gelockt

Kassel. Zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren ist gestern vor dem Landgericht ein 33-Jähriger verurteilt worden, der gestanden hatte, im Oktober 2008 gemeinsam mit einem Kumpan eine heute 20-Jährige vergewaltigt zu haben. Der Gleichaltrige sollte ursprünglich mit auf der Anklagebank sitzen, da er unauffindbar war, wurde das Verfahren gegen ihn abgetrennt.

In seiner Wohnung hatten sich die beiden Männer damals mit der 20-Jährigen und deren Freund zum Fernsehen verabredet. Dabei wurden Marihuana geraucht und Alkohol getrunken. Dem Freund der jungen Frau wurde - wie er als Zeuge berichtete - plötzlich übel, er musste sich übergeben und zog sich ins Schlafzimmer zurück.

Seiner Freundin schwanden wenig später ebenfalls die Sinne, deshalb legte sie sich auf die Couch. Kurz darauf zogen die beiden Männer sie aus. Der Angeklagte hatte zu Beginn der Verhandlung eingeräumt, mit einem Vibrator am Geschlechtsteil der Frau manipuliert zu haben, sein Kumpan soll mit einem Fotoapparat Bilder davon geschossen haben. Das Gesicht der Frau sei mit einem schwarzen Tuch bedeckt worden. Als sie zu weinen begann, beendeten die beiden Männer ihr menschenverachtendes Spiel.

Sie fuhren, so die Version des geständigen Angeklagten, zu seiner Wohnung, um dort außer neuem Alkohol auch eine Spritze mit „K.-o.-Tropfen“ zu holen. Zurück in der Wohnung, wo die junge Frau immer noch unbekleidet auf dem Sofa lag, versuchte demnach einer der beiden, ihr die Tropfen einzuflößen, was angeblich misslang. Die Frau weckte ihren Freund im Schlafzimmer und flüchtete mit ihm aus der Wohnung, kurz darauf zeigte sie die beiden Männer bei der Polizei an.

Zumindest der eine von ihnen ist am Donnerstag be-straft worden. Für den Vorsitzenden Richter Jürgen Stanoschek war die Tat „ganz klar geplant“. Die 20-Jährige und ihr Freund seien „in eine Falle gelockt“ worden Ein weiteres Indiz dafür, dass die beiden Männer ihre Tat nicht spontan begangen hatten, war für Stanoschek das Tuch, mit dem das Gesicht der 20-Jährigen abgedeckt worden war. Das zeige, dass die Männer ihre pornografischen Fotos später gezielt an Interessenten weitergeben und die Identität der Frau verbergen wollten. Mit dem Urteil folgte die 5. Strafkammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte zwei Jahre auf Bewährung gefordert. (pas)

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