Alles soll Anfang 2015 fertig sein

Richtfest bei der Grimmwelt - Museum auf dem Weinberg liegt im Zeitplan

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Ihr Werk wird gewürdigt: Jacob (rechts) und Wilhelm Grimm. Archivbild: nh

Kassel. Hoch über der Kasseler Südstadt erhebt sich ein neues, burgartiges Gebäude: Der Rohbau des Ausstellungsgebäudes für die neue Grimmwelt in Kassel ist fertig. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert.

Das Museum soll im Sommer nächsten Jahres eröffnet werden. Auf versetzten Ebenen und einer barrierefreien Ausstellungsfläche von 1600 Quadratmetern wird den Märchen und dem Wirken der Brüder Grimm, die zwischen 1798 und 1841 in Kassel lebten, neuer Raum gegeben.

Stars dieser Ausstellung auf dem Weinberg werden die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen von 1812/1815 sein. Die Bücher mit den handschriftlichen Anmerkungen der Grimms sind 2005 von der Unesco zum Weltdokumentenerbe erklärt worden.

„Das wird eines der Highlights an der Deutschen Märchenstraße“, zeigte sich Benjamin Schäfer, Geschäftsführer der Deutschen Märchenstraße, begeistert. Er war einer von rund 300 Gästen, darunter auch unmittelbare Nachbarn der künftigen Grimm-Erlebniswelt, die die Gelegenheit des Richtfestes nutzten, um schon einmal einen Blick ins Innere zu werfen.

„Ein wichtiger Meilenstein ist geschafft“, freute sich Oberbürgermeister Bertram Hilgen darüber, dass auch dank des milden Winters der ehrgeizige Zeitplan bislang eingehalten werden konnte. Durch seine Stufenform füge sich das Gebäude gut in die Umgebung des Weinberges mit den alten Treppenanlagen und imposanten Baumbeständen ein.

Auch bei den Gesamtkosten bewege man sich im gesteckten Rahmen von 20 Millionen Euro, wobei die Stadt zwölf Mio. Euro trage und sechs Mio. Euro an EU-Fördermitteln sowie zwei Millionen Euro vom Land fließen. Für finanzielle Unterstützung dankte der OB auch dem Kasseler Kali- und Salzhersteller K+S. Einzig der Bund habe sich an dem Ausstellungshaus noch nicht beteiligt, obwohl die Grimms ein nationales Thema seien, mahnte Hilgen an.

Der ganze Kosmos der Brüder Grimm könne hier zeitgemäß inszeniert werden, sagte Hilgen. Das habe das Grimm-Museum im Palais Bellevue nicht leisten können. Zur Entscheidung für den Entwurf des Büros Kadawittfeldarchitektur aus Aachen sagte er: Jede Zeit finde ihren eigenen architektonischen Ausdruck und hinterlasse eigene Spuren.

Wenn weiter alles nach Plan läuft, soll das Gebäude für die Grimmwelt Anfang 2015 fertig sein. Die Handwerker hätten bereits mit dem Innenausbau und der Installation der Technik begonnen, sagte Stadtbaurat Christof Nolda.

Das Grimm-Erlebnishaus soll später an eine gemeinnützige GmbH, eine Tochter der Stadt, verpachtet werden. Gerechnet wird mit jährlich 80 000 Besuchern.

Gegen den Grimmwelt-Standort Weinberg hatte es ein Bürgerbegehren gegeben, das im vergangenen Jahr vor Gericht scheiterte.

Von Martina Heise-Thonicke

Ab Freitag, 27. Juni, um 18 Uhr ermöglicht eine Ausstellung im Palais Bellevue bereits einen Einblick in die „Baustelle Grimm“.

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