Initiative Radeln ohne Altern stellte Projekt vor und bot Probefahrten an

Rikschas für Senioren sollen bald in Kassel rollen

Rikscha-Abfahrt: Natalie Chirchietti kutschierte Claudia Johanson (links) und Heide von Winterfeld.
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Rikscha-Abfahrt: Natalie Chirchietti kutschierte Claudia Johanson (links) und Heide von Winterfeld.

Noch weit jenseits der 80 den Wind in den Haaren spüren: Diese Erfahrungen sollen ältere Menschen mithilfe der Freiwilligeninitiative Radeln ohne Alter machen. Diese hat bundesweit bereits in 70 Städten Fuß gefasst und bietet dort Rikschafahrten für Senioren und mobilitätseingeschränkte Menschen an. Bald auch in Kassel?

Kassel - Gestern wurde das Projekt in Kassel präsentiert. Nun soll eine Kasseler Gruppe gegründet werden, für die noch Freiwillige für eine Ausbildung zum Rikscha-Piloten gesucht werden.

Vor dem Obelisken in der Kasseler Treppenstraße endete gestern eine 555 Kilometer lange Rikschafahrt durch ganz Hessen des Vereins Radeln ohne Altern. Mit der Aktion, die vom hessischen Verkehrsministerium finanziert wurde, wollte die Initiative auf die Idee aufmerksam machen und bot in ihren fünf Elektro-Rikschas auch in Kassel Probefahrten für Ältere und behinderte Menschen an. Etliche ließen sich spontan durch die Innenstadt kutschieren.

In anderen Städten gibt es bereits etablierte Ableger der Initiative. Jeweils werden dort älteren Menschen durch eine Gruppe von Freiwilligen Ausflugsfahrten angeboten. „In vielen Städten gibt es Kooperationen mit örtlichen Senioreneinrichtungen. Aber auch Quartiersfahrten gehören zum Angebot“, sagt Daniela Kinkel vom Vorstand der Initiative. Ziel sei es, den Menschen ein Stück Mobilität zurückzugeben und sie aus ihrer Isolation zu holen, die durch Corona noch mal zugenommen habe.

Der Kasseler Per Busch will in Kooperation mit dem Freiwilligenzentrum und des ADFC eine Kasseler Gruppe gründen. „Am schwierigsten wird es sein, ein Netzwerk von Unterstützern aufzubauen“, sagt Busch. Benötigt würden vor allem verlässliche Rikscha-Piloten, die vor ihrem ersten Einsatz eine kurze Ausbildung am Gefährt erhalten. Das Engagement ist freiwillig, die Beförderung kostenfrei. „Die Suche nach Sponsoren für die Rikschas war in anderen Städten kein Problem“, berichtet Kinkel. Schließlich seien die Rikschas eine attraktive Werbefläche.

Frank Gerhold vom Freiwilligenzentrum findet das Vorhaben unterstützenswert. Er will sich darum bemühen, genügend Freiwillige als Fahrer zu gewinnen. „Mir gefällt die Idee der rollenden Schnuddelbank. So kommen viele Leute in Kontakt“, findet Gerhold.

Bevor die Rikschas in Kassel ankamen, wo sie unter anderem von Magistratsmitglied Hajo Schuy und Bundestagsmitglied Timon Gremmels (beide SPD) begrüßt wurden, hatten sie am Samstag bereits in Lohfelden Station gemacht. Gremmels versprach, sich für Fördergeld stark machen zu wollen. (Bastian Ludwig)

Kontakt: Wer sich für das Rikscha-Projekt in Kassel engagieren will, kann sich bei Per Busch melden (0561/ 89 45 91) oder E-Mail an info@radelnohnealter.de

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