Bis Herbst soll Zukunft geklärt werden

Weiter Ringen um den Lift in Kassel: Angebot für Skifahrer und Mountainbiker geplant

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Rückblick: Edde Bröffel hat den Lift über viele Jahre betrieben. Jetzt will er mit 80 Jahren endlich in den Ruhestand gehen.

Die Zukunft des Skilifts auf dem Hohen Gras soll bis zum Herbst geklärt werden. Hier könnten bald auch Mountainbiker unterwegs sein. 

Der Skilift auf dem Hohen Gras hat eine lange Tradition. Ob er auch eine Zukunft haben wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten. „Wir würden gern schon eine klare Aussage zu dem Thema treffen, aber noch ist es nicht so weit“, sagt Karsten Schwartz, der stellvertretende Leiter des Kasseler Sportamtes. Er führt im Auftrag der Stadt die Gespräche mit den verschiedenen Beteiligten. Und das sind einige.

Auf der einen Seite gibt es natürlich Gerda und Edde Bröffel, die den Skilift über Jahrzehnte betrieben haben und auch in der vergangenen Saison noch einmal eingesprungen sind. Weil es kaum Schnee gab, lief der Lift nur wenige Tage. Kaum Einnahmen und trotzdem die Kosten für die Raupe, die Instandhaltung des Lifts, Versicherung und Pacht – das war die unbefriedigende Bilanz. Es sei höchste Zeit für den Ruhestand. „Das Alter drückt, wir hoffen, dass es jetzt mit der Nachfolgeregelung klappt“, sagt Gerda Bröffel (79).

Seit zwei Jahren laufen die Gespräche. Geplant ist, dass ein Nachfolger nicht nur den Skilift im Winter betreibt, sondern ein Ganzjahresangebot für Mountainbiker macht. Die sollen an den Wochenenden den Lift als Aufstiegshilfe nutzen können und dann über die Piste nach unten fahren. Ein Freizeitangebot, mit dem andere Teile des Waldes entlastet werden könnten, so die Überlegung.

Dafür muss es eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde geben, die mit Auflagen verbunden sein wird. Ein entsprechendes Gutachten wurde bereits in Auftrag gegeben. Sowohl der Hessenforst als Verpächter der Fläche und der Landwirt, der auf dem Gelände Weiderechte hat, sind an den Verhandlungen beteiligt. „Das alles braucht seine Zeit“, sagt Karsten Schwartz.

Deshalb wurde der Pachtvertrag für das Areal auf dem Hohen Gras noch einmal bis Ende September verlängert. Bis dahin, so das erklärte Ziel, soll eine Vereinbarung über die weitere Nutzung getroffen werden.

„Darauf setzen wir“, sagt Edde Bröffel (80), der auch viele Jahre das Lokal auf Kassels Hausberg betrieben hat. Noch seien alle technischen Anlagen für den Betrieb des Skilifts und der Pistenpflege in Ordnung. Wenn die Anlage einmal abgebaut sei, werde es in Kassel auf absehbare Zeit keinen Skilift mehr geben. So weit soll es nicht kommen. Ganz im Gegenteil. Wenn die Rahmenbedingungen erst einmal geklärt sind, gibt es Chancen auf Fördermittel unter anderem vom Land. Spätestens im Herbst soll klar sein, ob der Lift eine Zukunft hat.

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