Fisch-Experte Mimo Dora führt jetzt Hotelrestaurant in Osthessen

Ristorante Raffaello zieht aus Kassel weg 

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Daran trauen sich nur wenige Küchenchefs: Bei Mimo Dora kommen auch mal Exoten wie dieser pazifische Gotteslachs unters Filetiermesser.

Kassel. Das stimmt viele Genießer in Kassel traurig: Maria und Mohamed „Mimo“ Dora haben ihr Ristorante Raffaello an der Feerenstraße in Kassel mit Beginn des Monats geschlossen.

Fast 25 Jahre lang war das Lokal vor allem für Liebhaber exquisiter Fischgerichte eine Anlaufstelle mit Geheimtipp-Charakter gewesen.

Mit Blick auf die Gesundheit und mangels Nachfolgern aus der eigenen Familie hatten sich Doras schon länger Gedanken über eine Veränderung gemacht. „Man denkt eben schon an später“, sagte Maria Di Lorenzo-Dora.

Diese Chance hat sich nun ergeben: Mit 58 Jahren wird Mimo Dora noch mal ein neues „Raffaello“ samt seiner charakteristischen Fischküche aufbauen – allerdings nicht in Kassel, sondern im osthessischen Kurort Bad Salzschlirf.

Dort wurde das prächtige Jugendstil-Hotel Badehof vor ein paar Monaten an den Investor Günther Klasen verkauft. Mit seiner Benessere-Gruppe betreibt der Melsunger ein halbes Dutzend Hotels in Hessen.

Klasen ist privat oft im Kasseler „Raffaello“ zu Gast gewesen und mit dessen Inhabern befreundet. Für sein neues Haus in Bad Salzschlirf stellt er sich genau die Art von Gourmet-Küche vor, die er bei Mimo Dora schätzen gelernt hat.

Dieser hat nun zu Monatsbeginn an seiner neuen Wirkungsstätte angefangen und den Namen seines Kasseler Restaurants nach Bad Salzschlirf mitgenommen. Im dortigen, deutlich größeren Küchenteam arbeiten Mimo Dora nun drei Köche zu. „Da hat man nicht mehr diese Last, und ich habe zum ersten Mal seit vielen Jahren zwei Tage in der Woche frei“, erzählt der in Ägypten geborene Fisch-Virtuose, der in Kassel praktisch jeden Abend alleinverantwortlich in seiner Kasseler Küche gestanden hat.

Eine kräftige Portion Wehmut ist natürlich dennoch dabei für das Gastronomenpaar, das seit 1987 in Kassel selbstständig war (zuerst am Bahnhof Harleshausen) und sich einen beständig guten Ruf bei Kassels Restaurantpublikum erarbeitet hat. In dem Haus an der Feerenstraße, das ihnen selbst gehört, wird Maria Di Lorenzo-Dora mit der jüngsten Tochter Jasmina, die noch zur Schule geht, einstweilen wohnen bleiben, während Mimo Dora wöchentlich pendelt.

Wer das Restaurant im Haus künftig weiter betreiben wird, ist derzeit noch nicht endgültig entschieden.

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