Übungsturnier an ehemaliger Ingenieurschule

Mädchenteam siegt bei Robocup-Turnier in Kassel

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Belegten mit ihrem Roboter Herby beim Robocup in der Kasseler Ing-Schule den ersten Platz im „Labyrinth“ (von links): Lea Stracke von der König-Heinrich-Schule in Fritzlar und Lena Dreßler von der Ursulinenschule in Fritzlar. 

Kassel. Beim Robocup-Turnier an der ehemaligen Kasseler Ingenieurschule zeigten zwei Fritzlarer Schülerinnen, dass Roboter keine reine Jungssache sind.

Einen eigenen Roboter bauen – das ist ein häufig gehegter Traum in vielen Kinderzimmern. Dass er nicht nur von technikbegeisterten Jungs geträumt wird, zeigte das Robocup-Übungsturnier, das am Samstag in der Kasseler Ing-Schule stattfand. Ganz oben auf dem Podest landeten mit Lea Stracke und Lena Dreßler (beide 15) am Ende nämlich zwei Schülerinnen aus Fritzlar.

Mit ihrem selbst gebauten Roboter namens Herby setzten sie sich gegen die männliche Konkurrenz im „Labyrinth“ durch, einem Parcours, bei dem der Roboter erkennen muss, wo eine Wand ist und in welche Richtung er weiterfahren muss, um ans Ziel zu gelangen. Darauf haben ihn Lea und Lena am Laptop vorbereitet, wo sie Herbys Sensoren so programmiert haben, dass der Roboter immer weiß, was zu tun ist.

Vorbereitung auf die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft

Organisator Andreas Scheel

Die beiden 15-Jährigen bildeten eines von 14 Schülerteams aus der Region, die mit ihren Robotern beim Robocup antraten. Für Lea und Lena war es die erste Teilnahme. Im kommenden Frühjahr wollen sie mit einer optimierten Variante von Herby bei einem Qualifikationsturnier für die Deutschen Robocup-Meisterschaften in Magdeburg antreten. „Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass es so gut laufen würde“, sagte Lea. 

Begeistert aber nicht überrascht von der Leistung seines Mädels-Teams zeigte sich Organisator Andreas Scheel. Der 56-jährige Freiberufler aus Kaufungen gibt Robotik-Workshops für Schüler und leitet AGs an der IGS in Kaufungen. Eineinhalb Jahre arbeitete er mit den Jugendlichen und bereitete das Turnier vor, bei dem Kasseler Studierende des Fachbereichs Elektrotechnik/Informatik als Schiedsrichter fungierten. 

Roboter komplett selbst entwickelt oder mit Bausatz

Im Vorfeld nahm Scheel Kontakt zu Lehrern anderer Schulen auf, um sie für das Projekt und entsprechende AG-Arbeit zu begeistern. Die Herausforderung für die Schüler sei, aus Bausätzen von Lego Technic, Fischertechnik oder frei nach dem Selfmade-Prinzip aus verschiedenen Einzelteilen einen funktionierenden Roboter zu bauen und diesen mithilfe einer Software passgenau auf die Herausforderungen des Parcours zu programmieren.

Während Lea und Lena ihren Roboter komplett selbstentwickelt haben, griffen Daniel Scheffler und Konstantin Kraechter (beide 13) vom Kasseler Wilhelmsgymnasium für ihren Roboter Rambo auf Bausätze von Lego Technic zurück. Die beiden gehörten zu den jüngsten Teilnehmern beim Robocup, sind aber beileibe keine Robo-Neulinge. Im März nahmen sie in Hannover bereits an einem Qualifikationsturnier für die Deutsche Meisterschaft teil.

Konstantin Kraechter und Daniel Scheffler vom Kasseler Wilhelmsgymnasium mit ihrem Roboter Rambo.

Dort gab es jedoch genau wie am Samstag in der Ing-Schule technische Problem bei der Programmierung. Oder wie Konstantin es ausdrückt: „Der Computer ist abgestürzt.“ Weil sie den Programmierungscode in der Kürze der Zeit nicht mehr rekonstruieren konnten, wirkte ihr Roboter auf dem zweiten Parcours, bei dem es darum ging, dass die Sensoren eine schwarze Linie erkennen und dieser folgen, etwas desorientiert.

So reichte es für Daniel und Konstantin am Ende nicht für einen Platz auf dem Treppchen. Davon wollen sich die beiden aber nicht irritieren lassen. Mit neuem Roboter und neuem Laptop wollen sie im kommenden Frühjahr wieder zur Meisterschafts-Qualifikation antreten.

Insgesamt 36 Schüler vom Wilhelmsgymnasium, der Johann-Amos-Comenius-Schule, der Max-Eyth-Schule (alle Kassel), der Wilhelm-Fichtner-Schule in Wolfhagen, der Ursulinenschule und der König-Heinrich-Schule (beide Fritzlar) sowie der IGS Kaufungen nahmen am Robocup teil. Unterstützt wurde das Turnier von der CDW-Stiftung, dem VDE Bezirksverein Kassel, dem VDI Nordhessen und der Universitätsgesellschaft.

Schüler und Lehrer, die Interesse am oder Fragen zum RoboCup haben, können sich per Mail an robocup@uni-kassel.de bei Andreas Scheel melden.

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