Interview mit der an der Uni Kassel ausgebildete Erfinderin

Hitchbot trampte durch Kanada - Roboter bald in Kasseler Schulen?

Kassel/ Victoria. Der sprechende Roboter Hitchbot ist ein Internetheld: Er trampte vier Wochen quer durch Kanada, 6000 Kilometer von der Ost- bis zur Westküste. Die Menschen, die ihn auf seiner Reise ein Stück mitnahmen, veröffentlichten ihre Erlebnisse mit dem Roboter auf Facebook, Twitter & Co.

Vergangene Woche erreichte er sein Ziel. Wir sprachen darüber mit seiner Erfinderin Dr. Frauke Zeller, die zehn Jahre in Kassel studiert und hier zum Thema Mensch-Roboter-Interaktion promoviert hatte. Heute arbeitet sie in Toronto.

Wie und wann entstand die Idee zu Hitchbot? 

Dr. Frauke Zeller: Die Idee entwickelte ich vor anderthalb Jahren zusammen mit meinem Kollegen Dr. David Harris Smith. Wir wollten einen Roboter aus einfachen Mitteln kreieren und diesen unerwarteten Situationen aussetzen. Häufig machen Sie als Wissenschaftler Versuche unter Laborbedingungen. Hier war alles anders, unkontrollierbar. Hitchbot ist aber nicht unser erster Roboter. Wir hatten bereits einen Raumpfleger entwickelt, der sich als Kunstkritiker betätigt. Das wäre etwas für die documenta.

War Hitchbot nach seiner Reise beschädigt? 

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Zeller: Er war schon lädiert von der Reise - aber auf eine schöne Weise. Er hatte einen kleinen Sprung in der Kuchenhaube, die Teil seines Kopfes ist und der Motor eines Armes hatte einen Defekt. Wir denken, er hat zu viel gefeiert auf der Hochzeit, die er unterwegs besucht hat. Da haben wir wilde Bilder im Internet gesehen. Auch trug er bei seiner Ankunft Armbänder, Ohrringe, Ansteckpins, jede Menge Unterschriften und Federschmuck.

Federschmuck? 

Nahmen den weitgereisten Roboter Hitchbot in Empfang: Die Entwickler Dr. Frauke Zeller, Dr. David Harris Smith (l.) und Colin Gagich in Victoria, an der Westküste Kanadas. Hitchbot wurde unterwegs mit Federn, Armbändern und Unterschriften geschmückt. Foto: dpa

Zeller: Ja, er hatte eine Einladung bei den First Nations (Anm. der Red.: Ureinwohner Kanadas). Die haben ihn das letzte Stück der Reise mit einem Holzkanu zur Willkommensveranstaltung gebracht.

Könnten Sie sich vorstellen, Hitchbot auch durch Deutschland trampen zu lassen? 

Zeller: Ja, wir haben sogar schon mehrere Einladungen aus Deutschland. Einer hat vorgeschlagen, Hitchbot für ein Projekt zum Thema „Englisch als Fremdsprache“ an Kasseler und Hannoveraner Schulen einzusetzen. Die Idee finde ich toll. Es zeigt, wie Hitchbot die Fantasie der Menschen anregt. Um Hitchbot durch Deutschland trampen zu lassen müssten wir ihn erst umprogrammieren. Er spricht ja nur Englisch. Das ist aufwändig. Aber durch die mediale Aufmerksamkeit hoffen wir neue Geldgeber zu finden.

Von Bastian Ludwig

Das gesamte Interview lesen Sie am Montag in der gedruckten HNA.

Rubriklistenbild: © dpa

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