Darsteller des Teeniefilms machten auf ihrer Tour im Kasseler Cinestar Halt - ein Interview

Rock it! Die Kinohelden waren in Kassel - ein Interview

Emilia Schüle

Kassel. Ein kurzer gellender Schrei hallt durch das Foyer im Cinestar am Karlsplatz. „Kassel, seid ihr gut drauf?“, ruft Daniel Axt ins Mikrofon. Seine 200 Fans brüllen ihm ein langgezogenes, ohrenbetäubendes „Jaaa!“ entgegen.

Dem Schauspieler huscht sofort ein breites Grinsen über das Gesicht. Und auch Ben Münchow, Jan Wannemacher, Emilia Schüle, Farina Flebbe und Maria Ehrich strahlen um die Wette. Sie sind die Darsteller des neuen Kinofilms „Rock it!“, der seit Donnerstag über die Leinwände flimmert.

Zurzeit sind die Darsteller auf Kinotour, um Werbung für ihren Film zu machen. Gestern Leipzig, heute Kassel, morgen Frankfurt – die Jungschauspieler kommen viel rum. Und dabei verstehen sie es, ihren Fans einzuheizen. Sie selbst sind noch Jugendliche, aber auf der Bühne bereits Profis durch und durch.

Eine Mutter, die auch gekommen ist, staunt: „Die bieten echt eine super Vorstellung.“ Ihre Tochter hat sich derweil in die erste Reihe vorgekämpft und bannt auf ihr Handy jeden Moment mit ihren Helden. Fotos werden geschossen, kurze Videos aufgenommen.

Alle schwärmen für ihre Stars. Die drei Jungs geben währenddessen drei Lieder aus dem Film zum Besten. Textsicher singen sie ins Mikrofon und spielen Gitarre. Die Mädchen sorgen im Hintergrund für Stimmung und tanzen und springen zur Musik mit. Und die Fans? Die trällern mit. Jede Textzeile scheinen sie auswendig zu können und legen sich richtig ins Zeug. Autogramme nach Auftritt Nach dem Kurzauftritt gibt es endlich Autogramme.

In einer Reihe stehen die Tische der Darsteller, und alle stellen sich brav an. Auch Michelle Suck (10) und Vanessa Hilberg (10). Nach Minuten entschwinden beide wieder aus dem Menschenpulk. In den Händen: Sieben Schriftzüge ihrer Stars. Stolz zeigen sie sich gegenseitig ihre Errungenschaften und strahlen dabei um die Wette. Vor dem Auftritt haben sich beide auch den Film angeschaut.

„Voll cool“, fand ihn Michelle, Vanessa hält ihn für „super“. Was genau hat ihnen gefallen? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Alles!“ Und so ist auch die Frage nach dem Berufswunsch der Mädchen überflüssig: „Wir wollen Schauspielerinnen werden.“

Von Aydogan Makasci

 

Das Interview

„Ich würde nie abheben“

Emilia Schüle (17) im Interview über ihr Dasein als Teeniestar und die Schauspielerei

Kassel. Emilia Schüle (17) ist Hauptdarstellerin des neuen Kinofilms „Rock it!“. In dem Streifen spielt die gebürtige Berlinerin die 15-jährige Julia, die auf ein Internat kommt, um professionelle Pianistin zu werden. Dort aber entdeckt sie ihre Leidenschaft für die Rockmusik und beginnt deshalb ein Doppelleben. Wir sprachen mit der jungen Schauspielerin, die mit ihren Kollegen während der Kinotour des Films auch im Kasseler Cinestar vorbeischaute.

Emilia, gestern in Leipzig, heute in Kassel, morgen in Frankfurt – wissen Sie eigentlich immer, wo sie gerade sind?

Schüle: (lacht) Manchmal wache ich wirklich morgens auf und weiß nicht, wo ich bin. So eine Tour ist schon extrem anstrengend. Aber wir verstehen uns alle gut und deshalb macht es auch viel Spaß.

Auch hier in Kassel jubeln Ihnen hunderte Fans zu. Fühlen Sie sich als ein Teeniestar?

Schüle: Nein, eigentlich nicht. Ich werde ja meistens noch nicht einmal erkannt, wenn ich auf der Straße unterwegs bin. Und auch in der Schule gehen alle ganz normal mit mir um.

Stichwort Schule. Wie bringen Sie die mit der Schauspielerei unter einen Hut

Schüle: Das geht schon. Die Dreharbeiten zu „Rock it!“ fanden zum Beispiel größtenteils in den Ferien statt. Deswegen verpasse ich meistens nicht so viel. Das ist mir auch wichtig, denn ich will auf jedenfall das Abitur machen.

Sie verlassen sich also nicht allein auf ihr schauspielerisches Talent?

Schüle: Nein. Sicher würde ich gern mein ganzes Leben beim Film bleiben. Aber als Schauspieler bekommt man nur selten einen festen Arbeitsvertrag, das macht mir ehrlich gesagt Angst.

Für ihr Alter klingen diese Sätze sehr reif und vorausschauend.

Schüle: Das habe ich schon öfter gehört. Ich denke, dass kommt auch durch den Beruf. Obwohl ich so jung bin, bin ich am Set eine Schauspielerin wie jede andere, also auch mit derselben Verantwortung. Dadurch bekommt man auch schnell eine gewisse Reife.

Schwirrt Ihnen nie der Kopf, wenn ihnen alle nach einem neuen Film auf die Schulter klopfen?

Schüle: Doch, schon. Aber ich würde nie abheben, dafür sorgen auch meine Eltern und mein Freund. Mein Vater ist mein größter Kritiker. Aber er lobt mich auch, wenn ich gut war. Leider gibt es beim Film zu wenig Leute, die Klartext reden.

Inwieweit steckt eigentlich auch ein Stück von Julia (Emilas Rolle in „Rock it!“, Anmerkung der Redaktion) in Ihnen?

Schüle: Fast gar nicht. Ich würde mich nie verstellen, um irgendwo dazugehören zu dürfen, so wie Julia es macht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch im richtigen Leben manchmal ein riesengroßer Tollpatsch sein kann, wie Julia im Film einer ist.

Wie gefällt Ihnen selbst der neue Film denn? Und wie sehen sie Ihre Leistung?

Schüle: Ich finde den Film echt schön. Mich selbst beäuge ich da schon kritischer, es gibt auch Szenen, da halte ich mir die Augen zu. Richtig begeistert bin ich von mir nie.

Hat „Rock it!“ für Sie eine bestimmte Botschaft?

Schüle: Bleib dir selbst treu! Viele junge Menschen haben heute damit Probleme. Aber jeder kann an sich arbeiten.

Von Aydogan Makasci

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