Fulle Ridaz sind ein Fahrradclub für Liebhaber von Tret-Harleys

Rocker mit Rücktritt

Harleys zum Treten: Die Fulle Ridaz (von links) Ralf Batz, Danni Ewald, Jan Hestermann, Philipp Bourdon, Ralf Hubenthal (vorn quer), Frank Hestermann und Dominique Deleu. Foto: Ludwig

Kassel. Wenn sich die Kasseler Fulle Ridaz begrüßen, erinnert dies an richtige Motorradclubs: Faust auf Faust. Doch die zwölf Mitglieder tragen bei ihren Treffen zwar die typischen Rocker-Westen, statt auf PS-starken Maschinen sitzen sie aber auf Fahrrädern.

Dabei handelt es sich allerdings nicht um gewöhnliche Fahrräder, sondern um sogenannte Tret-Harleys – also Räder, die an die legendären Chopper erinnern.

Ihr Hubraum ist die Oberschenkelmuskulatur und statt eines laut röhrenden Auspuffs machen sie mit einer Klingel auf sich aufmerksam. Die Fulle Ridaz haben sich 2007 zusammengefunden. Einmal pro Woche treffen sie sich zum Stammtisch, am Wochenende machen sie gemeinsam Radtouren – Cruisen (deutsch: fahren), wie sie es nennen.

Schrauben gehört dazu

Ihre Räder sind teilweise Eigenbauten oder Umbauten von Fabrikmodellen. Wie beim Motorradfahren ist das Basteln an der Technik genauso wichtig wie das Fahren. Deshalb hat jeder der Fulle Ridaz auch mindestens fünf Räder in seinem Fuhrpark – die Kosten für ein Basismodell liegen zwischen 300 und 1500 Euro. Nach oben ist die Preisskala offen. „In Kassel haben nur wenige Händler Cruiser-Räder auf Lager, sie können aber bestellt werden“, sagt Ralf Batz von den Fulle Ridaz.

Dreigang hilft am Berg

Auch Motorradteile, etwa Räder oder Gabeln, werden in den Fahrrädern verbaut. Das schlägt sich natürlich im Gewicht nieder. Das Fahren am Berg sei schon anstrengender als mit einem normalen Fahrrad, sagt Batz. Deshalb hätten die meisten ihrer Tret-Harleys mindestens eine Dreigangschaltung. Wobei ein richtiger Cruiser eigentlich ein Singlespeed (Eingangrad) sei. Gebremst werde etwa mit Rücktritt-, Felgen- oder Scheibenbremsen.

Wie echte Rocker verzichten die meisten Tret-Harley-Fahrer auf den Helm. Aber die Beleuchtung und Bremsen entsprächen den Vorschriften, sagt Batz. Wenn sie mit ihren Rädern auf Motorradfahrer treffen, gebe es ganz unterschiedliche Reaktionen, sagt Danni Ewald, das einzige weibliche Mitglied der Fulle Ridaz. „Manche rufen uns zu, für ein Motorrad hat’s wohl nicht gereicht.“ Andere seien aber begeistert. Dabei fahren die meisten der Fulle Ridaz auch Motorrad.

Die Szene der Tret-Harley-Fahrer ist gut vernetzt. Einmal im Jahr gibt es ein weltweites Treffen in Amsterdam. Dort sind die Kasseler ebenso präsent wie beim Eisbein-Cruise in Hannover oder dem Weihnachtscruise, der in verschiedenen Städten stattfindet.

Die Fulle Ridaz sind offen für neue Mitglieder. Besonders weitere weibliche Mitfahrer könne der Club gebrauchen. Einen ersten Kontakt können Interessierte beim Sattelfest am 1. Juni knüpfen, wenn sich die Fulle Ridaz um 12 Uhr am Landhaus Meister (Fuldatalstraße 140) treffen.

• Der Stammtisch findet jeden Donnerstag, 19 Uhr, meist im Fiasko (Schönfelder Straße 18) statt.

Kontakt: Ralf Batz, telefonisch 0176/52211869 oder www.dingensundso.de.tl

Von Bastian Ludwig

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