Rohbau im Oktober fertig

Anbau des Stadtmuseums hat keine Fenster

Noch erinnert der Anbau des Stadtmuseums an einen Hochbunker: Wenn der Rohbau nächstes Jahr eine Fassade aus Steinplatten erhält, soll sich dieser Eindruck ändern. Foto: Fischer

Kassel. Wer in diesen Tagen am Kasseler Stadtmuseum an der Wilhelmsstraße vorbeikommt, mag sich wundern: Der derzeit entstehende Anbau an den Altbau erinnert im Rohbau-Zustand eher an einen Hochbunker als ein Museumsgebäude.

Dies wird sich nach Auskunft von Axel Jäger, Leiter des Hochbauamtes, noch ändern, sobald die Fassade im nächsten Jahr mit Steinplatten gestaltet wurde. Bis Ende des kommenden Monats soll der Rohbau fertig sein. Der Verzicht auf Fenster im turmartigen Neubauteil entspreche den Ansprüchen moderner Museumsbauten, sagt Jäger. In dunklen Räumen ließen sich Ausstellungen besser inszenieren und zudem würden die Exponate vor UV-Licht geschützt. Auch die Grimm-Welt auf dem Weinberg werde in den Ausstellungsbereichen ohne natürliches Licht auskommen.

Kosten sollen im Griff sein

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) ist froh, dass es nun auf der Baustelle vorangehe und die Kosten durch Einsparungen bei der Innen- und Außenverkleidung nicht weiter gestiegen seien. Die Kosten für die Sanierung und Erweiterung des Stadtmuseums waren unter anderem wegen unerwarteter Schadstoffe und Schäden im Altbauteil von ursprünglich 8,4 auf über 10,9 Mio. Euro gestiegen. In der Folge trennte sich die Stadt im Juli 2013 vom beauftragten Berliner Architekturbüro Hufnagel. Seitdem kümmert sich das Kasseler Büro Sprengwerk um die Realisierung.

Wegen der diversen Probleme verzögerten sich die Bauarbeiten. Eigentlich sollte das neue Stadtmuseum dieses Jahr zur 1100-Jahrfeier eröffnen. Nun soll der Bau im Oktober 2014 abgeschlossen und Anfang 2015 fertig eingerichtet sein.

In den nächsten Wochen wird der Kran abgebaut, der im Aufzugsschacht des Anbaus steht. Über den Winter sollen die Bauarbeiten im Inneren weitergehen.

Ursprünglicher Bau: Bis zum Krieg stand dort das 1870 als Kunsthaus erbaute Gebäude. Es wurde zerstört und neu aufgebaut.

Die Verhandlung der Stadt mit dem Berliner Architekten über Resthonorare und Urheberrechte sei abgeschlossen, sagte Nolda. Über die Höhe der Abfindung sagte der Stadtbaurat nur: Man habe sich unterhalb der Mitte getroffen, was ursprünglich vereinbart war. Und weiter: „Wenn man zu Beginn des Projekts gewusst hätte, was an Kosten auf die Stadt zukommt, hätte man sicher anders entschieden. Zeitweise haben wir ernsthaft überlegt, das Projekt aufzugeben, aber da war schon zu viel Geld ausgegeben worden.“

Dass auch im Altbau Fenster zugemauert wurden, erklärt der Stadtbaurat mit der Historie des Gebäudes, das nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde. Das damalige Kunsthaus habe in dem Flügel, der zum ehemaligen Bundesbankgebäude gerichtet ist, auch keine Fenster gehabt. Dieser Zustand solle wiederhergestellt werden.

Von Bastian Ludwig

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