Bis zur letzten Minute

Rossing entschied oft erst zum Fristablauf

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Ob es um das Industriedenkmal Salzmann oder die Kassel Huskies ging: Dennis Rossing legte sich oft genug erst auf den letzten Drücker fest.

Kassel. Auf den letzten Drücker kam die jüngste Rettung für die Kassel Huskies. Am vergangenen Samstag lief die Frist ab, die Eissporthallen-Eigner Simon Kimm der KEBG für die Vorlage einer Mietbürgschaft gesetzt hatte.

Und wie so oft in der Vergangenheit mussten Fans, Förderer und Beschäftigte bis zur letzten Minute bangen und hoffen, bis Huskies-Gesellschafter Dennis Rossing die Bürgschaft vorlegte.

Sonst wäre der Mietvertrag wohl geplatzt und die Huskies hätten ohne Eishalle dagestanden. Einen anderen Bürgen zu finden, der Kimm die über 300.000 Euro jährlicher Mieteinnahmen garantiert hätte, wäre in der Kürze der Zeit kaum möglich gewesen.

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Mit den oft bis zur letzten Minute ausgereizten Fristen hat Dennis Rossing in Kassel auch im Zusammenhang mit seinem Salzmann-Vorhaben für Kopfschütteln und Verärgerung gesorgt. Dass eher unerhebliche, aber trotzdem notwendige Erklärungen und Gutachten zum Salzmann-Areal über Monate nicht im Rathaus und Kasseler Regierungspräsidium vorgelegt wurden, hatte mit zum Aus für das dort geplante Behörden- und Dienstleistungszentrum beigetragen.

Die Stadt hatte nach der monatelangen Hängepartie um die für eine Baugenehmigung noch notwendigen Dokumente erhebliche Zweifel bekommen, ob Rossing die Salzmann-Investition stemmen kann.

Deshalb wurde dem Projektentwickler eine Frist bis zum 8. Mai gesetzt, um die konkrete Finanzierung für das 20-Millionen-Euro-Bauvorhaben vorzuweisen. Darauf zog Rossing die Notbremse und trat wiederum in letzter Minute vom bereits unterschriebenen Mietvertrag mit der Stadt für ein Technisches Rathaus auf dem Salzmann-Areal zurück.

Auch der schon seit 2008 von Rossing anvisierte Kauf der Eissporthalle für fünf Millionen Euro war auf den letzten Drücker gescheitert. Kimm und Rossing hatten sich auf einen Kaufvertrag geeinigt. Doch dann wollte Rossing entgegen der Absprache den Kaufpreis nicht in einer Summe, sondern über maximal zehn Jahre in Raten zahlen. Kimm lehnte ab, Rossing nutzte den 31. August 2012, den letzten Tag des mehrfach verlängerten Fristablaufs, für einen Rücktritt vom Kaufvertrag. Zuvor hatte der Huskies-Sponsor, der das Team mit mehreren 100.000 Euro unterstützt hat, eine offene Hallen-Stromrechnung erst dann gezahlt, nachdem die Stadtwerke den Strom während des öffentlichen Eislaufs abgestellt hatten. (ach)

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