Partei will Taten sehen

Rossing stellt der CDU neue Pläne für Salzmann-Gelände vor

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Salzmann-Fabrik in Bettenhausen: Das hochrangige Industriedenkmal ist vom Verfall bedroht. Eigentümer Dennis Rossing hat jetzt der CDU-Rathausfraktion neue Pläne zur Rettung und künftigen Nutzung des Areals vorgestellt.

Kassel. Die neuen Pläne von Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing zur Rettung und künftigen Nutzung des Industriedenkmals im Kasseler Osten hat die CDU-Rathausfraktion positiv aufgenommen. Auf dem Gelände sollen Studenten-Apartments, Einkaufsläden und Büros entstehen.

„Aber wir wollen ihn nicht an seinen Worten, sondern an seinen Taten messen“, sagt CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett zu den Ideen des Projektentwicklers.

Nach dem Scheitern eines Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums auf dem Salzmann-Areal steht dort alles wieder auf Anfang. Seit dem Auszug der Geschäftsstelle der Kassel Huskies im Januar stehen die historischen Ziegelbauten komplett leer. Durch Vandalismus und Metalldiebstahl wurden die Gebäude zum Teil schwer beschädigt und sind vom engültigen Verfall bedroht.

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„Es geht uns darum, Salzmann zu erhalten“, begründet Wett, warum die CDU auf das Gesprächsangebot Rossings eingegangen ist. Persönliche Befindlichkeiten dürften bei der Frage der Rettung des Denkamls keine Rolle spielen. Rückblende: Wett hatte den Investor im Mai 2013 als „lahmen Gaul“ bezeichnet, sich dafür aber bei Rossing entschuldigt.

Eineinhalb Stunden lang informierte Rossing am Montagabend die CDU-Fraktion über die neuen Pläne, die bereits bekannt geworden waren. Dem Vernehmen nach geht es um eine Investitionssumme von 37 Millionen Euro.

Der Projektentwickler aus Bad Hersfeld will die beiden historischen Gebäude mit 20.000 Quadratmetern Fläche für 200 Studenten-Apartments nutzen. Auch die Kulturinitiativen und die Kunstszene sollen zu günstigen Mietpreisen wieder Platz in der alten Fabrik finden.

6000 Quadratmeter Verkaufsfläche

In Neubauten auf dem Gelände will Rossing zudem Büros sowie Einkaufsläden schaffen. Dabei gehe es um 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Lebensmittel und weitere 3000 Quadratmeter etwa für Drogeriewaren und Schuhe, erklärte Rossing, der ohne öffentliches Fördergeld bauen, aber Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen in die denkmalgeschützten Gebäude nutzen will.

Die angestrebte Verkaufsfläche sei angemessen und die Waren nicht für die Kasseler Innenstadt relevant, erklärt Wett die Einschätzung der CDU: „Der Rahmen ist okay.“

Mehr zum Salzmanngelände lesen Sie auch im Regiowiki der HNA.

Man wolle dem weiteren Verfall der alten Salzmann-Fabrik nicht tatenlos zusehen, gibt der CDU-Fraktionschef das Ziel vor. Alle Kommunalpolitiker müssten jetzt „etwas für Bettenhausen tun und nicht alte Wunden lecken“, fordert Wett. Das gelte auch für Kassels Oberbürgermeistert Bertram Hilgen (SPD), der sich nach dem Scheitern desVorhabens, auf dem Salzmann-Gelände ein Technisches Rathaus zu errichten, aus der Sicht der Rathaus-Opposition zurückgezogen habe. Der Oberbürgermeister „darf nicht länger beleidigte Leberwurst spielen“, sagt Wett.

Von Jörg Steinbach

Video: Ein Blick imn die alte Salzmann-Fabrik

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