In der Hansestadt gibt es seit zwei Jahren ein Verleihsystem - Mehr als eine Million Fahrten im Jahr

Probleme um Leihräder in Kassel: So funktioniert das Verleihsystem in Hamburg

Tritt regelmäßig auf dem Stadtrad in die Pedale: Der Hamburger Florian Hahn, der bis vor einigen Jahren in Kassel gelebt hat, vor einer Verleihstation am Hauptbahnhof. Fotos: Rudolph

Hamburg / Kassel. Während das Kasseler Fahrradverleihsystem Konrad sich verzögert - nach mehreren geplatzten Startterminen ist jetzt Ende Oktober angepeilt - haben andere Städte ähnliche Systeme bereits in Betrieb. Wir werfen einen Blick auf das Stadtrad Hamburg, das seit gut zwei Jahren rollt.

Die roten Räder gehören inzwischen zum Stadtbild in Hamburg. Im Sommer 2009 hat die Hansestadt das System zusammen mit der Deutschen Bahn in Betrieb genommen. Seitdem wurde es nach und nach erweitert. Inzwischen verteilen sich 1200 Hamburger Stadträder auf 82 Stationen - weitere sollen folgen. Von der Funktionsweise ist das System dem Kasseler sehr ähnlich, bei dem die technische Abwicklung ebenfalls von der DB Rent GmbH übernommen wird.

Die Anmeldung

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An jeder der Stationen steht eine rote Säule: das Terminal. Dort kann man sich mit seiner EC- oder Kreditkarte anmelden. Name, Adresse, Geburtstag, E-Mail und Handynummer über ein Display eingeben, fertig ist die Registrierung. Alternativ kann man sich auch per Anruf als Kunde anmelden. Unter der an jeder Station angegebenen Nummer erhält man auch rund um die Uhr Auskunft und Hilfe bei Problemen.

Die Ausleihe

Zum Ausleihen eines der an der Station angeschlossenen Räder steckt man seine Karte ins Terminal. Auf dem Display erscheinen die Nummern der verfügbaren Fahrräder. Die gewünschte Nummer anklicken, dann zum entsprechend nummerierten Fahrrad gehen. Am Hinterrad befindet sich auf einem Metallkasten ein Display. Wenn man es antippt, springt das Schloss auf. Sperrbügel herausziehen und auf der anderen Seite feststecken. Sattel mit dem Schnellspanner auf die gewünschte Höhe einstellen. Und los geht’s. Bisher klappt alles einwandfrei.

Die Fahrt

Das recht wuchtig wirkende, 25-Kilogramm-Fahrrad hat sieben Gänge, die über eine Drehschaltung am Lenker betätigt werden. Natürlich ist das Stadtrad Hamburg kein Sportrad, aber im flachen Norden muss man nicht einmal die sieben Gänge voll ausschöpfen. Leider sind nicht alle Räder in optimalem Zustand: bei einem der drei während unserer Testtour ausgeliehenen Räder war die rechte der beiden Handbremsen ausgeleiert und griff nicht richtig. Beim zweiten Rad war das Tretlager defekt, sodass das Treten der Pedale manchmal unvermittelt schwer oder leicht wurde. Erst das dritte war einwandfrei. Wer einen Defekt feststellt, kann ihn telefonisch melden. Dann wird das Rad gewartet.

Die Pause

Auch unterwegs kann man das Fahrrad abschließen. Dafür steckt man das Stabschloss durch die Speichen in den Metallkasten mit dem Display und drückt den orangefarbenen Sperrknopf. Auf dem Display wird dann ein vierstelliger Code angezeigt. Um das Fahrrad wieder zu entriegeln, muss man diesen Code eingeben und das Schloss springt auf. Kein Problem.

Die Rückgabe

An jeder beliebigen Station kann das Rad an einem der Stellplätze wieder angeschlossen werden. Dafür wird das Steckschloss in eine entsprechende Vorrichtung geschoben, dann der Sperrknopf am Kästchen gedrückt, damit wird man als Kunde ausgeloggt. Fertig. Je nach Dauer der Radtour wird die Gebühr abgebucht: die erste halbe Stunde ist kostenlos, danach wird minutengenau abgerechnet. Für die erste Stunde fallen so 1,20 Euro an. Die Ausleihe für einen Tag kostet 12 Euro.

Fazit: Gut funktionierendes System, das nach unserer Beobachtung gut angenommen wird - vor allem von jüngeren Menschen bis Ende 30.

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