Rotes Kreuz kauft alte Zulassungsstelle in Waldau

+
Verkauft: Vor elf Jahren verlor die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle des Landkreises in Waldau ihre Funktion. Anfang 2016 zieht der DRK-Kreisverband Kassel-Wolfhagen in das Klinkergebäude ein.

Kassel. Jahrelang war die frühere Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle des Landkreises Kassel ein Ladenhüter, doch jetzt hat sich ein Käufer für den Gebäudekomplex im Industriegebiet Kassel-Waldau gefunden: Der Kreisverband Kassel-Wolfhagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) übernimmt das Areal an der Richard-Roosen-Straße.

Die Hilfsorganisation will dort zentral Material und Fahrzeuge der vier Ortsvereine unterbringen und die ehrenamtlich tätigen Helfer schulen.

Wie DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch am Montag auf HNA-Anfrage erklärte, wird der Kreisverband seinen Sitz im Kasseler Königstor behalten. Am Donnerstag wird sich der Kreistag in Naumburg mit dem Grundstücksverkauf beschäftigen. Eine Mehrheit für das Geschäft gilt als sicher. Das knapp 6700 Quadratmeter große Areal soll für 700 000 Euro an das DRK übergehen.

Wirksam wird das Geschäft nach Auskunft von Kreissprecher Harald Kühlborn allerdings erst zum 1. Januar 2016. Bis dahin benötigt die Kreisverwaltung die Räumlichkeiten noch selbst. In den 18 Büros ist die Revisionsabteilung des Landkreises untergebracht. Sie wird Ende 2015 umziehen - eine Option ist laut Kühlborn der dann umgebaute Kasseler Kulturbahnhof.

Gleichwohl ist das Rote Kreuz schon vor 2016 auf dem Gelände unweit der Südtangente (Autobahn 49) präsent. Ab dem 1. August dieses Jahres pachtet der Kreisverband einen Teil des Parkplatzes und errichtet dort eine Fahrzeughalle. Damit können laut DRK-Geschäftsführer Gerhold-Toepsch vorzeitig die Platzprobleme im Königstor gelöst werden.

Die vor gut 30 Jahren errichtete Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle in Waldau hatte 2003 ihre Funktion verloren, als die Zulassungsbehörden von Stadt und Kreis zusammengelegt wurden. Sitz ist seither der Ölmühlenweg in Kassel-Bettenhausen - federführend ist die Stadt.

Seit 2008 versuchte der Landkreis, die Klinkergebäude an den Mann zu bringen - ohne Erfolg. Lediglich einmal wäre das Gebäude beinahe weggegangen: Der Kasseler Pflegedienst mhp Medicare Pflege- und Gesundheitsdienst wollte den Komplex umbauen und dort 40 bis 50 Pflegebedürftige stationär betreuen. Inhaber Wahdat Achundsada verabschiedete sich allerdings von den Plänen, als bekannt wurde, dass es im Untergrund Altlasten gibt.

Von Peter Ketteritzsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.