Sieben Tage die Woche, rund um die Uhr

Achsenwerk unter Volllast: Arbeit in Teilbereichen 24/7

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Produktion der Achsen für den schweren Lkw Actros in Kassel: Unser Archivfoto zeigt von links Matthias Hinz und Sascha Wiegandt bei ihrer Arbeit. 

Kassel. Das Lkw-Achsenwerk des Daimler-Konzerns in Kassel ist gut ins neue Jahr gestartet und erwartet erneut Bestmarken.

Wie Werkleiter Ludwig Pauss im Anschluss an die gestrige Betriebsversammlung erklärte, soll der Rekordausstoß von gut 540 000 Lkw- und Transporterachsen in diesem Jahr leicht übertroffen werden. Das ist umso bemerkenswerter, als durch den Verkauf der Trailerachsen-Fertigung im vergangenen Jahr 20.000 dieser Bauteile wegfallen. Das heißt: Dieser Verlust wird durch zusätzliche Aufträge mehr als kompensiert.

Derzeit läuft die Produktion nach Angaben des Werkleiters rund um die Uhr. „Ein Viertel der Belegschaft arbeitet in 21 Schichten an sieben Tagen die Woche“ sagte er. „Wir sind sehr zufrieden“. Pauss lobte, dass die Mitarbeiter derzeit ein „sehr anspruchsvolles und belastendes Programm“ führen. Gründe für die gute Konjunktur im weltweit zentralen Achsenwerk ist zum einen die hohe Nachfrage nach Vans und dem Geländewagen der G-Reihe, zum anderen aber auch sehr gute Absatzzahlen in den USA sowie ein wieder erstarkendes Lkw-Geschäft in Europa.

Für zusätzliche Auslastung sorgt derzeit ein Radsatzmodel für angetriebene Achsen, für das das Kasseler Werk früher als geplant einen Auftrag im Volumen von jährlich 50.000 Einheiten erhalten hat.

„Das läuft alles sehr gut“, bestätigte auch Betriebsratsvorsitzender Dieter Seidel und verwies auf den türkischen Standort Aksaray nahe Ankara, der aktuell – wie auch das weltweite Lkw-Leitwerk Wörth nahe Karlsruhe – eine Hochkonjunkturphase erlebt. „Der gute Lauf sichert die Arbeitsplätze und ermöglicht uns, die Verträge von fast 200 Zeitarbeitern bis Ende September zu verlängern“, sagte Seidel. Auch für die kommenden Jahre zeichnet sich den Angaben zufolge eine gute Auftragslage ab.

Das Werk in Kassel beschäftigt derzeit mehr als 3100 Menschen einschließlich Zeitarbeiter. Die meisten fest Beschäftigten haben für 2014 die Rekordprämie von 4350 Euro erhalten. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 3041, im bisherigen Rekordjahr 2011 4100 Euro.

Eine weitere Einkommensverbesserung resultiert aus der jüngsten Tarifrunde, die den Beschäftigten ab dem kommenden Monat ein Lohnplus von 3,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 150 Euro beschert. Davon profitieren auch die Zeitarbeiter. Sie erhalten die Tariferhöhung im vollen Umfang. Der Daimler-Konzern bezahlt seine Zeitarbeiter sehr viel besser als die allermeisten anderen Unternehmen in der Region.

Am kommenden Freitag hat das Werk einen Grund zum Feiern. Denn dann läuft die zweimillionste Lkw-Vorderachse vom Band. Diese Serie wird seit 1996 gebaut und ist im Laufe der Jahre mehrfach optimiert worden. Derart Stückzahlen sind im Truck-Bereich sehr hoch.

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