Ungewöhnliches Kaltluftgewitter

Blitz und Mega-Donner sorgen in ganz Kassel für Aufsehen

Am Gleisdreieck schlug er ein: Dokumentation des Blitzes, der am Montagabend kurz vor halb elf viele Kasseler erschreckte.
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Am Gleisdreieck schlug er ein: Dokumentation des Blitzes, der am Montagabend kurz vor halb elf viele Kasseler erschreckte.

Ein ungewöhnlich lautes Mini-Gewitter sorgte am Montagabend in Kassel für Aufsehen. Einwohner berichteten von Internet-Ausfällen. Der Deutsche Wetterdienst erklärt das Phänomen.

Kassel – Am Montagabend saß Jonas Harz auf seinem Balkon in der Breitscheidstraße und schaute eine Serie auf seinem Tablet, als er fast vom Stuhl fiel. Ein Blitz erleuchtete plötzlich den Himmel Richtung Norden, wenig später erschreckte ein ohrenbetäubender Donnerschlag nicht nur den 31 Jahre alten Verkehrsplaner.

„Holy Moly“ (Heiliger Bimbam) schrieb Harz um 22.33 Uhr auf Twitter und dazu: „Naheinschlag eines Blitzes in der Nachbarschaft. Und genau zu diesem Zeitpunkt hat mein Router die Internetverbindung verloren.“ Nicht nur in seiner Wohnung fiel für kurze Zeit das W-Lan aus.

Verantwortlich dafür war wohl ein Blitz, der im Gleisdreieck zwischen Rothenditmold und Kirchditmold einschlug – also unweit des Rangierbahnhofes zwischen Tannenwäldchen, Angersbach- und Zentgrafenstraße. So ist es jedenfalls bei der Blitzortung der Seite Kachelmannwetter zu sehen. Dort ist für 22.27 Uhr ein Blitz mit der Stärke -33 Kiloampere verzeichnet – der einzige im Stadtgebiet. Die Meteorologen von Jörg Kachelmann ordneten den Blitz, dessen Donner wohl in der gesamten Stadt zu hören war, in der Kategorie „starker Knaller“ ein.

Bei Harz im Vorderen Westen funktionierte das Internet bereits nach wenigen Minuten wieder. Er konnte wieder Serien streamen. Auch sonst gab es offensichtlich keine größeren Schäden.

Mehrere Anwohner aus dem Vorderen Westen berichten, dass der Strom kurzzeitig weggewesen sei. Von der Bahn, auf deren Gelände der Blitz laut der Karte einschlug, hieß es auf Anfrage, man habe am Montag keine betrieblichen Einschränkungen aufgrund des Wetters gehabt.

So sind wohl alle mit dem Schrecken davongekommen. Nicht nur im Vorderen Westen schauten viele Nachbarn von Harz, was draußen passiert war: „Wer schon geschlafen hatte, wurde mit Sicherheit aufgeweckt.“

Viele fragten sich, ob so ein einzelner Blitz nicht ungewöhnlich sei. Denn danach regnete es nur noch. Und das Gewitter hatte sich auch nicht groß angekündigt. Eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, das sei durchaus üblich bei Kaltluftgewittern im Frühjahr: „Da nicht so viel elektrische Ladung in der Luft ist, reicht schon eine Entladung. Mehr Reibung gibt es dann bei Sommergewittern, die länger andauern.“

Bis dahin wird es wohl noch etwas dauern. Bei 15 bis 17 Grad und wechselhaftem Wetter kann es zwar auch in den nächsten Tagen zu einzelnen Gewittern kommen, aber auch das werden wohl nur einzelne Knaller sein.

Wer dann übrigens nachschauen will, wo es eingeschlagen hat, wird beim DWD nicht fündig. Die Offenbacher Meteorologen haben keine Blitzortung auf ihrer Seite. „Wir müssen Sie an die Konkurrenz verweisen“, sagte die Sprecherin. Also an Jörg Kachelmann. Den lobte der Kasseler Harz auch auf Twitter: „Apropos, ich finde die Blitznachverfolgung von @Kachelmannwettr immer noch höchst faszinierend!“ (Matthias Lohr und Kathrin Meyer)

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