Von Henschels Drache und anderen alten Loks

170 Jahre Eisenbahn in Kassel: Neue Ausstellung im Technik-Museum

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Aushängeschild des Technik-Museums und der Sonderschau: Die 44er-Lok von Henschel aus dem Baujahr 1942. Unter Begleitung, etwa von Bernd Scott (re.) oder Axel Freitag, kann die Lokomotive auch von innen bestaunt werden.

Kassel. Am Anfang war der Drache: Die von Henschel produzierte Lok wurde ab 1848 in Kassel hergestellt. Ihr Nachbau ist nur ein kleiner Teil der neuen Sonderausstellung „170 Jahre Eisenbahn-Entwicklung aus Kassel“.

Sie wird am Samstag, 31. März, im Technik-Museum in Rothenditmold eröffnet. Mit Henschel, Wegmann und Credé gab es in Kassel einst drei große Firmen, die im Eisenbahngeschäft mitgemischt haben, erläutert Bernd Scott vom Technik-Museum. Weiterer wichtiger Spieler war die Firma Schmidt’sche Heißdampf. Der Firmengründer Wilhelm Schmidt (1858-1924) hat mit seinem Schmidt-Überhitzer den Lokomotivbau revolutioniert, sagt Axel Freitag, stellvertretender Vorsitzender des Technik-Museums. Der Überhitzer, der die Leistungsfähigkeit der Lokomotiven erhöhte, wurde zum weltweiten Exportschlager.

Video: Der Drache

In der Ausstellung ist nicht nur dieser Überhitzer zu sehen, sondern auch drei Original-Bahnen und ein Waggon: Die 44er-Lok von Henschel aus dem Jahr 1942 ist das Aushängeschild der Ausstellung. Weitere Hingucker sind die Magnetschwebebahn Transrapid, die erste von Henschel produzierte E-Lok aus dem Jahr 1905 und ein OP-Wagen der Bundeswehr, der 1967 von Wegmann hergestellt wurde. Das Besondere ist: Alle Ausstellungsstücke können unter Aufsicht auch von innen bestaunt werden. Interessante Einblicke liefert der OP-Wagen, der noch mit OP-Tischen und weiterem medizinischem Inventar ausgestattet ist.

Für die Sonderausstellung, die bis Ende des Jahres läuft, hatten die Museumsmacher neue Entdeckungen in den Archiven der Firmen gemacht. Insgesamt 30 großformatige Bilder schmücken die Sonderschau. So sind Aufnahmen des Luxuszuges Rheingold zu sehen, dessen Waggons sowohl von Wegmann wie Credé gefertigt wurden. Mit dabei ist auch der Nachtzug Komet, der ab 1954 zwischen Hamburg und Basel verkehrte und dessen Waggons Wegmann entwickelt hatte.

Video: HMB 2 - Großvater der Henschel-Magnetschwebebahn

„Bis in die 70er-Jahre wurde in Kassel Eisenbahngeschichte geschrieben“, sagt Scott. Teile davon seien bis heute in der Stadt präsent: darunter der Lokbauer Bombardier, der auf dem ehemaligen Henschel-Gelände in Nord-Holland weiterhin produziert. Über 35 000 Loks wurden bisher am traditionsreichen Standort gebaut.

Mit dem Technik-Museum, das sich in der ehemaligen Kesselschmiede in Rothenditmold (Wolfhager Straße 109) befindet, ist die Ausstellung in einen authentischen Ort eingebettet. „Hier wurden früher die Kessel für die Henschel-Lokomotiven produziert“, sagt Scott.

Das Museum ist am Ostersamstag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen um 11.30 und 14 Uhr. Karfreitag und die Osterfeiertage ist geschlossen.

• Öffnungszeiten: Mi.-Fr. 14-17 Uhr, Sa.-So. 11-17 Uhr.

• Eintritt: Erwachsene 5 Euro, Jugendliche, 2 Euro. Kinder bis 6 Jahre frei.

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