"Attraktiver Anlaufpunkt für den ganzen Stadtteil"

ESV Jahn Kassel und Dynamo Windrad bekommen moderne Sportanlage

+
Jetzt kann gekickt werden: Stefan Bornemann (ESV Jahn), Randi Kischkat (Dynamo), Oberbürgermeister Christian Geselle und Claus Wiese (Dynamo) weihten das neue Sporthaus in Rothenditmold ein.

Der Kasseler Stadtteil Rothenditmold hat sich stark gewandelt. Die Einwohnerzahl stieg um 17 Prozent. Auch deswegen gibt es eine neue Sportanlage.

Dank der Kooperation zweier Vereine. Einige Fußballer werden bei der Einweihung des Windparks Jahn in Rothenditmold heute vor einem Rätsel stehen. Auf der Sportanlage mit dem ungewöhnlichen Namen findet ab 15 Uhr ein Turnier im dreiseitigen Fußball statt. Drei Mannschaften kicken in einem sechseckigen Feld mit einem Ball auf drei Tore. Dagegen ist normaler Fußball ein Kinderspiel.

Die vom dänischen Künstler und documenta-Teilnehmer Asger Jorn erfundene Disziplin passt perfekt zum Anlass. Mit den Sportvereinen ESV Jahn Kassel und Dynamo Windrad sowie der Stadt sorgen drei Parteien dafür, dass Rothenditmold für insgesamt 1,5 Millionen Euro eine moderne Sportanlage und noch mehr bekommt.

Der Windpark Jahn ist nicht nur ein Sportplatz, sondern „ein attraktiver Anlaufpunkt“, der die „Lebensqualität im Stadtteil spürbar verbessern wird“, wie Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) gestern bei der Einweihung des Multifunktionsgebäudes sagte. Das Projekt ist auch eine Antwort auf den Wandel Rothenditmolds, dessen Einwohnerzahl von 2009 bis 2017 um 17 Prozent gestiegen ist.

Sportplatz soll fast immer offen sein

Allein die Renovierung des in die Jahre gekommenen Vereinsheims hat 386 000 Euro gekostet, zu denen die beiden Vereine 40 000 Euro beisteuerten. Neben neuen Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten bietet das 110 Quadratmeter große Haus auch einen Aufenthaltsraum, der für Lehrgänge und Angebote wie Anti-Gewalt-Training genutzt werden kann. 100-Meter-Laufbahn und Weitsprunggrube, die vor allem von der Valentin-Traudt-Schule genutzt werden, waren bereits 2013 für 127.000 Euro erneuert worden.

Zudem hat die Stadt von der Bahn ein angrenzendes Grundstück gekauft. Dadurch kann das Fußballfeld neu angeordnet werden. Zusätzlich entstehen noch ein Multifunktionsplatz sowie ein Beachvolleyball-Feld.

Anders als andere Sportplätze soll der Windpark Jahn fast immer offen sein. „Hier kann jeder rein“, sagt Stefan Bornemann vom ESV Jahn, der die Anlage als „kleines Experimentierlabor“ bezeichnet. Besonders sei etwa der inklusive Charakter. Erst diese Woche hat Dynamo den Handi-Cup ausgespielt, ein Fußballturnier für Menschen mit Behinderung.

Inklusion ist ein Thema

Bornemann (51) fasst den Begriff Inklusion noch weiter: „Hier können auch junge sportliche Typen mit jemandem wie mir spielen.“ Sein Eisenbahnersportverein war einst der größte Sportclub Kassels. Heute kooperieren die 500 Mitglieder mit 1200 „Dynamos“, die vor drei Jahren von den Waldauer Wiesen nach Rothenditmold zogen. „Hier ist jetzt noch mehr unsere Heimat“, sagt Randi Kischkat. Das gilt vor allem für ihren Kollegen Claus Wiese, der jede Woche 40 Stunden und mehr im Windpark verbringt, um Workshops für Jugendliche zu organisieren und Anlaufstelle zu sein.

Der „Ur-Dynamo“ ist froh über die Unterstützung aus dem Rathaus und lobt wie Karsten Schwartz (Sportamt) die Kooperation der Vereine als „Vorzeigemodell“. Wiese wünscht sich mittelfristig aber noch „Sporthallen und Schwimmbäder in der Nähe. Ich habe noch Visionen.“ Er weiß, dass das noch schwieriger wird, als ein sechseckiges Fußballfeld abzustreuen.

Offizielle Einweihung: heute, 18 Uhr, Mittelfeldstraße 29.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.