Rohbau ist fertig

Heilhaus-Stiftung eröffnet 2016 ihr Mehrgenerationenhospiz

Das Heilhaus bekommt Zuwachs: Der Rohbau des „Hauses der Mitte“ ist fertig. Demnächst werden die Fenster eingesetzt. Über den Baufortgang an der Brandaustraße freuen sich Heilhaus-Sprecherin Christina Tente, Architekt Heinrich Prenzel und Gerhard Paul vom Vorstand der Heilhaus-Stiftung Ursa Paul (von links). Fotos: Hein

Kassel. Der Rohbau für das „Haus der Mitte“ an der Brandaustraße ist fertig. Das neue große Projekt der Heilhaus-Stiftung Ursa Paul am Standort Heilhaus-Siedlung in Rothenditmold ein Mehrgenerationenhospiz unter einem Dach mit einem Zentrum für medizinische Versorgung zu errichten, zeigt schon deutlich seine Formen.

Beim Rundgang durch das noch leere Gebäude kann man bereits gut erkennen, wo und wie hier später Leben einziehen wird. Denn die Funktion prägte schon vorab die Form: Das dreigeschossige, 1700 Quadratmeter große Bauwerk ist in gemeinschaftlicher Planung entstanden. „Bündelungs-AG“ nennt Stiftungsvorstandsvorsitzender Gerhard Paul die lose Gruppe von circa 40 Mitgliedern des Netzwerks Heilhaus, die seit fünf Jahren bei regelmäßigen Treffen ihre konzeptionellen, strukturellen, nutzungs- und finanztechnischen Ideen in die Planung einbringt.

Wenn Architekt Heinrich Prenzel jetzt durchs Haus führt, dann ist jeder Raum bereits mit Inhalt gefüllt. Das beginnt beim Wartebereich gegenüber des künftigen Empfangs, wo Gäste und Besucher persönlich abgeholt werden, ob sie nun einen Arzt, Therapeuten oder das Hospiz besuchen wollen. Und es endet beim Blumenraum, wo täglich der Blumenschmuck für das Hospiz arrangiert wird. Allerdings gebe es auch noch eine „Ausbaureserve“, so Paul: Bereiche, für die noch überlegt werde, wer später einzieht. Wunsch des Heilhauses sei es, dass sich hier auch ein Augen- und ein Frauenarzt niederlassen.

Ostansicht: Von der Brandaustraße aus werden die violettfarbenen Fensterelemente des Hauses der Mitte zu sehen sein. Foto: nh

Herzstück ist im Erdgeschoss ein 180 Quadratmeter großer achteckiger Saal mit raumhohen Fenstern für Veranstaltungen, Versammlungen, Meditationen. In der Mitte befindet sich eine runde Öffnung in der Decke, durch die man durch Panzerglas über die Geschosse hindurch bis in den Himmel blicken kann und auch von oben hinunter. Es entspricht der Philosophie des Hauses: Abschottung gibt es nicht. „Sterben gehört zum Leben dazu“, sagt Paul, dem auch die Öffnung in den Stadtteil wichtig ist.

Der Fahrstuhl des barrierefreien Hauses ist so geräumig, dass ganze Pflegebetten transportiert werden können. Dies wird nötig sein, wenn die Gäste, so wie es erwünscht ist, die Dachterrasse mit dem Panoramablick bis zum Herkules besuchen möchten. Insgesamt investiert die Heilhaus-Stiftung vier Millionen Euro in den Neubau. Alles Eigenmittel der Stiftung und Spenden, wie Gerhard Paul betont. „Das Gebäude soll in einem umfassenden Verständnis der Gesundung und Heilung von Körper, Geist und Seele dienen“, sagt Heilhaus-Sprecherin Christina Tente.

Von Christina Hein

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