Museum in Rothenditmold zeigt Technik- und Familiengeschichte aus 200 Jahren

Hier lebt Henschel weiter

Tradition aus Kassel: Der Lokomotivbau gehörte zu den wichtigsten Standbeinen der Firmengeschichte von Henschel. Im ausgebauten Museum ist auch dieses große Modell zu sehen, das Werner Hofmann in Augenschein nimmt. Fotos: Siemon

Kassel. Hier ist alles original. Das Henschel-Museum an der Wolfhager Straße befindet sich in einem ehemaligen Verwaltungsbau des Unternehmens am Henschel-Standort Rothenditmold. Fast alle, die hier ehrenamtlich mitarbeiten, waren früher bei dem Kasseler Traditionsunternehmen beschäftigt. Nach zehn Jahren Vorlauf haben sie jetzt ein richtiges Museum mit einem attraktiven Rundgang für die Besucher auf die Beine gestellt.

„Wir haben über 2000 Exponate zu bieten, darunter jetzt auch zwei Sessel aus dem Haus Henschel, das auf dem Weinberg stand“, sagt Helmut Weich. Der Technikvorstand des Vereins und Leiter des Museums freut sich besonders, dass der Sohn des letzten Henschel-Chefs, Werner P. Henschel, den Ausbau des Museums mit einer Spende unterstützt hat.

Mit Glocken und Kanonen fing vor gut 200 Jahren die Firmengeschichte von Henschel in Kassel an. Von der ersten Lokomotive, dem Drache, bis zur Teufelsbrücke im Bergpark von Werner Henschel sowie Modellen der Werke Mittelfeld und Rothenditmold gibt es an zwölf Stationen jede Menge zu sehen. Zu den vom Museum verwahrten Dokumenten gehören auch Briefe von Sophie Henschel, die eine der ersten deutschen Unternehmerinnen war. Als Stifterin hat sie unter anderem den Grundstock für das Rot-Kreuz-Krankenhaus gelegt.

An einer der Wände hängt die knallrote Motorhaube des bei Henschel produzierten Lkw HS 100, von den Lokomotiven gibt es Fotos und Modelle, der legendäre O-Bus ist ebenso zu sehen wie Büsten der Firmenchefs.

Mit einer kleinen Feierstunde soll auf das erweiterte Museum an Fronleichnam mit Freunden und Sponsoren angestoßen werden. Einen besseren Ort für die Feier als das Gießhaus der Universität hätte man nicht finden können. Mit diesem Gießhaus fing die Produktion bei Henschel an, das Uni-Gelände war Firmenstandort.

Eintritt frei

Bei zwei Tagen der offenen Tür können sich alle Henschel-Interessierten ein Bild vom neu gestalteten Museum machen. Am Samstag, 21. Juni, und Sonntag, 22. Juni, ist es von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Vorstand mit Peter Wiegelmann und Achim Wickmann an der Spitze hofft auf zahlreiche Besucher. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. „Wir können jeden Euro gebrauchen, denn es gibt noch jede Menge zu tun“, sagt Peter Wiegelmann.

Henschel-Museum, Wolfhager Straße 109, geöffnet an jedem ersten Wochenende im Monat und bei Führungen, Tel. 77 20 07.

Von Thomas Siemon

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.