Bilder von 1913

Historische Fotos des Marienkrankenhauses in Nachlass gefunden

Glänzende Töpfe und Hygiene bis in die Haarspitzen: So sah die Küche des Marienkrankenhauses auf dem Rothenberg vor gut 100 Jahren aus. Die Fotos hat uns Michael Volke zur Verfügung gestellt. Foto:  Privat/nh

Kassel. Die Postkarten sind mehr als 100 Jahre alt und zeigen ein Stück Kasseler Krankenhausgeschichte. Michael Volke (61) hat die historischen Fotos des Marienkrankenhauses auf dem Rothenberg im Nachlass seiner Mutter Elisabeth gefunden.

Die hat ihre drei Kinder in dem Krankenhaus an der Marburger Straße geboren. Die Postkarten sind vermutlich zur Eröffnung des Hauses im Januar 1913 angefertigt worden. Auf der Rückseite ist die Graphische Kunstanstalt Kettling&Krüger in Westfalen angegeben. Die Postkarten sind mehr als 100 Jahre alt und zeigen ein Stück Kasseler Krankenhausgeschichte. Michael Volke (61) hat die historischen Fotos des Marienkrankenhauses auf dem Rothenberg im Nachlass seiner Mutter Elisabeth gefunden. Die hat ihre drei Kinder in dem Krankenhaus an der Marburger Straße geboren. Die Postkarten sind vermutlich zur Eröffnung des Hauses im Januar 1913 angefertigt worden. Auf der Rückseite ist die Graphische Kunstanstalt Kettling&Krüger in Westfalen angegeben.

Viele Betten und alle Blicke zum Fotografen: Einblick in der Kinderstation des Marienkrankenhauses im Jahr 1913.

Damals gab es Privatzimmer der Klasse 1, die mit Spitzendecken und bequemen Sesseln ausgestattet waren. Deutlich schlichter dagegen die Krankenzimmer der Klasse 3, die sich vier Patienten teilen mussten. In der gefliesten Küche waren die Töpfe auf dem großen Herd für den Fotografen auf Hochglanz poliert. Das Krankenhaus verfügte damals schon über eine eigene Röntgenabteilung und moderne Operationssäle.

Für den Bau war der Farbrikant von Eisenbahnwaggons Peter Wegmann verantwortlich. Der hatte 1882 eine Fabrik in Rothenditmold gegründet. Für die ambulante Versorgung erkrankter Mitarbeiter arbeitete er mit den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Fulda zusammen. Ihnen stellte er eines seiner Häuser und später ein großes Grundstück zur Verfügung. Anfang 1913 wurde das Krankenhaus mit einer eigenen Kapelle eingeweiht.

Nein, das ist kein Hotel: So sah ein Privatzimmer der Klasse 1 damals aus.

1943 gab es auf dem Gelände in Rothenditmold schwere Bombentreffer. Die Versorgung der Patienten fand bis Kriegsende im benachbarten Bunker statt. Bereits 1948 war das Marienkrankenhaus wieder neu aufgebaut. Erweiterungen und Modernisierungen hat es immer wieder gegeben. Heute wird das Haus von der St. Vinzenz Krankenhaus gGmbH Fulda betrieben.

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