Neues Konzept soll in Rothenditmold frei stehende Ladenflächen beleben

Ideen gegen leere Läden

Ungenutzt: Leer stehende Ladenflächen wie hier an der Wolfhager Straße / Ecke Schöfferhofstraße gehören in Rothenditmold zum Stadtbild. Foto: Fischer

Rothenditmold. Als „Räume für Ideen“ sollen leer stehende Ladenflächen im Stadtteil Rothenditmold, insbesondere im Ortskern, vermarktet werden. Wie auch in anderen Stadtteilen sind dort zahlreiche Ladenflächen ungenutzt. Entwickelt hat das Konzept die Baugenossenschaft Gemeinschaftliches Wohnen in Zusammenarbeit mit dem Büro für Stadtentwicklung und Architektur „Kiez & Stube“.

Laut Matthias Tunnemann, Vorstand der Baugenossenschaft, geht es darum, leer stehende Flächen bewusst als Leerstände darzustellen. „Leerstände sollen nicht als Problem, sondern als Chance wahrgenommen werden“, sagt er. Um Leerstände in den Blickpunkt zu rücken und dabei bereits Ideen für eine mögliche Nutzung aufzuzeigen, sind laut Tunnemann beispielsweise Plakate in den Schaufenstern, eine abendliche Beleuchtung, aber auch eine künstlerisch inszenierte Einrichtung denkbar.

„In erster Linie geht es um eine Belebung dieser Räume“, sagt Tunnemann. Dabei sei neben einer gewerblichen auch eine unkonventionelle Nutzung denkbar, beispielsweise für studentische Projekte, sowie eine Zwischennutzung der Räume etwa als Atelier oder als Ausstellungsraum. Mittelfristiges Ziel des Leerstandsmanagements soll die Vermeidung von Leerständen durch eine frühzeitige Vermittlung sein.

Laut Tunnemann wurden im Ortskern mehr als 140 Eigentümer mit mehr als 200 Objekten angeschrieben. Davon hätten 20 Eigentümer Interesse gezeigt. Mit drei Eigentümern sei man derzeit konkret im Gespräch über die Präsentation ihrer Räume im Zuge der Aktion.

Laut Ortsvorsteher Rolf Lösking wurden für das Leerstandsmanagement 20 000 Euro vom Ortsbeirat im Zuge des Förderprogramms „Soziale Stadt“ genehmigt, in dem sich Rothenditmold seit vier Jahren befindet. Eine Vermarktung auf diese Weise hält er für einen guten Ansatz. „Eine Belebung des Stadtteils ist dringend notwendig“, sagt er auf Anfrage. Es gebe bereits positive Beispiele im Stadtteil, bei denen leer stehende Gebäude etwa in Mietwohnungen umgewandelt worden seien. Anderseits gebe es auch Gebäude, deren Eigentümer nicht in Kassel wohnten und bei denen offenbar kein großes Interesse an einer Nutzung leer stehender Flächen bestehe. Im März will Lösking das Thema erneut auf die Tagesordnung des Ortsbeirats setzen. Dann soll eine erste Bilanz der Aktion gezogen werden. (mkx) • Kontakt: Baugenossenschaft Gemeinschaftliches Wohnen, Matthias Tunnemann, E-Mail: m.tunnemann@gemeinschaftliches-leben.de sowie Büro Kiez & Stube, E-Mail: info@kiezundstube.net

Von Mirko Konrad

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