Geplante Linie nach Harleshausen

Im Bus wie Sardinen in der Büchse: Anwohner machen sich für Straßenbahnbau stark

Sanierungsvorhaben auch mit Blick auf die mögliche Straßenbahn: Die Teilnehmer der Demonstration im Bereich der „Drei Brücken“. Die maroden Brücken der Bahn sollen im kommenden Jahr abgerissen werden.
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Sanierungsvorhaben auch mit Blick auf die mögliche Straßenbahn: Die Teilnehmer der Demonstration im Bereich der „Drei Brücken“. Die maroden Brücken der Bahn sollen im kommenden Jahr abgerissen werden.

Ob die Straßenbahn nach Harleshausen kommt, ist nach den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie unklar. Anwohner haben am Samstag hingegen deutlich gemacht, wie sehr sie die Tram wollen.

Kassel – Rothenditmold ist einer der Stadtteile mit den wenigsten Privatautos: „Hier ist man auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen“, bekräftigten einige der Teilnehmer der Demonstration. Sie waren am Samstag zu einem sieben Kilometer langen Stadtspaziergang entlang der Wolfhager Straße aufgebrochen, um ihrem Unmut darüber kundzutun, dass für die Straßenbahnlinie nach Harleshausen nun offenbar kein Geld da sein soll. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die 2018 in Auftrag gegebenen wurde, sind noch immer nicht öffentlich.

Wer mit der Linie 10 in die Stadt fahre, der quetsche sich egal zu welcher Uhrzeit in einen überfüllten Bus. Die 10 fahre ohnehin schon alle zehn Minuten. Wie man da noch den Takt erhören wolle, ist vielen Teilnehmern ein Rätsel. Man fühle sich wie „Sardinen in der Büchs’, mit Abstandhalten sei da nichts“, hieß es in einem extra gedichteten Lied nach der Melodie des Volksliedes „Auf de schwäb’sche Eisebahne“.

Machen sich für die Tramlinie stark: (von links) der Rothenditmolder Ortsvorsteher Hans Roth, Daniel Sayn und Helmut Hartmann von der Kulturinitiative Harleshausen.

Man habe sich über die Aussage von Oberbürgermeister Christian Geselle gefreut, als der eine mögliche Tramverbindung entlang der Wolfhager Straße in Aussicht gestellt habe. Die Stadt investiere Millionenbeträge in die Sanierung der „Drei Brücken“, baue sie entsprechend um, damit dort auch eine Straßenbahn durchfahren kann. „Und für die Tram soll jetzt kein Geld mehr da sein?“, fragt sich ein Anwohner. Unter dem Motto „Pääreschwänze, Zäjenböcke und Ossen gemeinsam“ zogen gut 100 Anwohner aus der Nordstadt, Rothenditmold, Kirchditmold und Harleshausen bis zum Ossenplatz. Sie sprachen mit anderen Anwohnern und schauten sich besonders gefährliche Stellen an. Während die meisten Teilnehmer sich für den Bau der Tram einsetzten, gab es aber auch kritische Stimmen. „Ich glaube nicht, dass eine Straßenbahn hier sehr viel leiser sein wird, als die Autos, die hier Tag für Tag langfahren“, sagte ein Anwohner. (Kathrin Meyer)

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