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Großbrand in Kassel zerstört Familienbetrieb – „Zum Glück hat er verschlafen“

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Am Morgen des 21. Februar 2021 ist der komplette Garten- und Landschaftsbaubetrieb der Familie Böhmelt in Rothenditmold durch ein Feuer zerstört worden.

Kassel – Das Jahr 2021 würden Christine und Stefan Böhmelt am liebsten ungeschehen machen. „Ich würde es gern aus dem Kalender streichen“, sagt Christine Böhmelt. Am Morgen des 21. Februar, es war ein Sonntag, ist der komplette Garten- und Landschaftsbaubetrieb der Familie in der Angersbachstraße in Rothenditmold durch ein Feuer zerstört worden. Es war ein Großbrand, der eine Rauchwolke über ganz Kassel erzeugte. Über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpften das Feuer über mehrere Stunden.

Von der großen Halle, in der Fahrzeuge und Werkzeuge standen, blieb nur noch eine Wand übrig. Es wurde alles zerstört. Vom Firmenstempel über Motorsägen, Traktoren bis zum Rasenmäher. Auch der rote VW Beetle der Unternehmerin wurde bei dem Feuer zerstört. Ebenso ihr Wohnwagen, den sie eigentlich verkaufen wollte.

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Großeinsatz am 21. Februar 2021: 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpften den Brand in der Angersbachstraße in Kassel-Rothenditmold. (Archivfoto)
Großeinsatz am 21. Februar 2021: 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpften den Brand in der Angersbachstraße in Kassel-Rothenditmold. (Archivfoto) © Dieter Schachtschneider

Großbrand in Kassel zerstört Familienbetrieb: Technischer Defekt verursacht den Brand

Trotz der großen Zerstörung blieben die Böhmelts bis zum Sommer dieses Jahres mit ihrem Betrieb in Rothenditmold. Es wurden Container aufgestellt. Doch diese Lösung sei auf Dauer nicht praktikabel gewesen, erzählen die beiden. Und so mieteten sie sich nun eine große Halle und Büroräume in Fuldatal an. Ob sie ihren Betrieb, der in dritter Generation geführt wird, in Rothenditmold wieder aufbauen, stehe noch nicht fest.

Das hänge auch davon ab, ob alle Versicherungen für den Schaden zahlen würden. Zudem sei es ja derzeit auch nicht so einfach, neu zu bauen. Ein technischer Defekt habe den Brand verursacht. Das habe die Kripo ermittelt. Aber durch die massive Zerstörung sei nicht mehr feststellbar gewesen, wo der Defekt letztlich genau aufgetreten sei.

Das Feuer bezeichnen die Böhmelts als Katastrophe, die sie sehr belaste. Dennoch sind sie auch froh, dass keine Menschen ernsthaft verletzt worden sind. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Anwohner kamen aber nicht zu Schaden. Allerdings mussten 30 Bewohner ihre Wohnungen verlassen.

Neuanfang in Fuldatal: Stefan und Christine Böhmelt mit Hund Breena haben sich neue Räumlichkeiten in der Dörnbergstraße gemietet.
Neuanfang in Fuldatal: Stefan und Christine Böhmelt mit Hund Breena haben sich neue Räumlichkeiten in der Dörnbergstraße gemietet. © privat

Großbrand in Kassel zerstört Familienbetrieb: Firma gibt es schon seit über 70 Jahren

Und Christine Böhmelt ist besonders glücklich darüber, dass ihr Mann ausgerechnet an diesem Sonntagmorgen verschlafen hatte. „Das wäre fatal gewesen.“ Denn normalerweise gehe er auch sonntags schon früh in den Betrieb, um zu arbeiten. Als das Paar am 21. Februar um 8.10 Uhr telefonisch über das Großfeuer informiert worden war, lag es noch im Bett.

Die 30 Mitarbeiter, die sie im Sommer in ihrem Saisonbetrieb beschäftigen, hätten sie trotz des Feuers behalten können. Im Winter hätten sie ohnehin weniger Leute. Den Garten- und Landschaftsbaubetrieb gibt es schon seit über 70 Jahren, seit 20 Jahren war der Standort in der Angersbachstraße. Die Böhmelts sind sehr froh darüber, dass ihre Auftraggeber und Kunden sie nach dem Großbrand so gut unterstützt hätten. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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