Wolfhager Straße soll bis 2024 umgebaut sein

Nadelöhr in Kassel soll verschwinden: Ortsbeiräte befürchten Blechlawine an "Drei Brücken"

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Nadelöhr verschwindet bis 2024: Die beiden alten Gewölbebrücken an den Drei Brücken werden durch breitere, moderne Bauwerke ersetzt. Dann wird für Fahrzeuge Tempo 50 statt wie bisher 30 gelten.

Die „Drei Brücken“ auf der Wolfhager Straße, bisher das Nadelöhr auf dem Weg in und aus der Kasseler Innenstadt, sollen bis Herbst 2024 umgebaut werden.

Die „Drei Brücken“ auf der Wolfhager Straße im Stadtteil-Dreieck von Rothenditmold, Kirchditmold und Harleshausen, bisher das Nadelöhr auf dem Weg in und aus der Kasseler Innenstadt, sollen bis in den Herbst 2024 fertig zu einer vierspurigen Straße mit zusätzlichen 2,50 Meter breiten Radwegen und deutlich breiteren Bürgersteigen als bisher ausgebaut werden.

Das Kooperationsprojekt von Deutscher Bahn und der Stadt Kassel, das gut 40 Millionen Euro verschlingen wird, stieß in der vergangenen gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte aller drei Stadtteile auf ein geteiltes Echo. Mit allgemeiner Erleichterung wurde die Nachricht aufgenommen, dass die Bahn den bei den Bauarbeiten anfallenden massenhaften Aushub nicht mit Lastwagen abfahren, sondern über ein Logistikgleis auf den Brücken abtransportieren lassen will.

Kassel: Forderung nach Konzept von der Stadt

Die Mehrheit begrüßt das Projekt wohl, doch vor allem aus Harleshausen und Rothenditmold kamen Stimmen, die vor einem weiteren Anstieg der Blechlawinen – insbesondere von schweren Lkw – in diesen ohnehin schon stark mit Durchgangsverkehr belasteten Stadtteilen warnten.

Die Stadt rechnet mit einen Anstieg der Kfz-Zahl um 1700 auf 23.000 Fahrzeuge pro Tag. Auch ohne den Umbau würde sich das Verkehrsaufkommen um etwa ein Drittel dieses Wertes erhöhen, sagte Heiko Lehmkuhl vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt. Vielfach wurde die Forderung laut, die Stadt müsse ein Konzept erarbeiten, um den Durchgangsverkehr in allen drei Stadtteilen zu reduzieren.

Vereinzelte Kritik wurde auch daran geäußert, dass die Stadt im Zuge des Bauprojekts noch nicht die Trasse für eine neue Straßenbahnlinie auf der Wolfhager Straße nach Harleshausen verlegt. Für dieses Projekt, so sagte Lehmkuhl, werde aber gerade erst eine Machbarkeitsstudie erstellt. Die Planung und Genehmigung benötige einen längeren Vorlauf. Die „Drei Brücken“ würden aber so großzügig umgebaut, dass die Trasse problemlos nachträglich installiert werden könne.

Das sind die Pläne für den Umbau

Die abgängigen beiden Brücken mit den markanten Rundbögen auf der Wolfhager Straße, bisher wegen ihres schmalen Durchlasses der Alptraum von Autofahrern, Radlern und Fußgängern, werden im Zuge des Projekts abgebrochen und durch zwei Bauwerke aus Stahlbeton-Fertigbauteilen ersetzt, die zwischen den beiden gegenüberliegenden Böschungen eine lichte Breite von 23 Metern aufweisen werden. Sie sind dann genauso breit wie die bereits früher schon erneuerten Bauwerke, über die der Eisenbahnverkehr rollt.

Statt einer Fahrspur wird es jeweils zwei Fahrspuren in beide Richtungen geben, eine davon für den Linienbus. Es schließen sich auf beiden Seiten der Radweg und der Bürgersteig an.

Die Arbeiten sollen im Juni 2021 mit der Baustelleneinrichtung und Vorbereitungsarbeiten beginnen. Die neuen Brücken werden zuerst errichtet, dann die alten abgebrochen und die Neubauten eingeschoben. Man werde während der gesamten Bauzeit die Wolfhager Straße weitgehend für den Kfz-Verkehr in wenigstens eine Richtung offen halten. Eine Vollsperrung sei nur für einen Zeitraum von sieben Wochen geplant, teilte Felix Barthel von der Deutschen Bahn mit.

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