Ortsbeirat befürchtet weitere Verzögerung

Konzept für Henschelgelände liegt vor: Aber Investor will Pläne nicht öffentlich machen

+
Ungenutzt: Die früheren Werkshallen der Firma Henschel an der Wolfhager Straße.

Kassel. Wie geht es auf dem Henschelgelände weiter? Das fragen sich nicht nur Rothenditmolder. Jetzt liegt der Stadt ein Konzept vor, aber der Investor verbietet, es öffentlich zu machen.

„Das Konzept ist schlüssig“, sagt Volker Mohr, Leiter des Amtes für Denkmalschutz. „Wir könnten es so auf den Weg bringen.“ Auch bei der Stadt sei man aber enttäuscht, dass man keine Details nennen könne. Der Investor Aroundtown habe in der vergangenen Woche darum gebeten, kaum etwas öffentlich zu machen. Es sei allerdings nicht unüblich, dass das so gehandhabt werde.

„Wir prüfen derzeit verschiedene Ideen und Möglichkeiten für eine positive Entwicklung des Areals Hammerschmiede in der Zukunft“, heißt es von Aroundtown auf HNA-Anfrage. Die Ideen, die derzeit geprüft würden, beinhalten unter anderem auch Perspektiven für bestehende Mieter auf dem Areal, heißt es. Bisher sei zu den Ideen und Möglichkeiten noch keine konkrete Entscheidung getroffen worden. Man sei offen, sich zu einem späteren Zeitpunkt zu äußern und bittet dafür um Verständnis.

„Aus Sicht des Ortsbeirates war der Bericht über den Stand beim Entwicklungskonzept für das Henschelgelände eine Enttäuschung“, sagt der Rothenditmolder Ortsvorsteher Hans Roth. Ohne Beteiligung des Ortsbeirates und der städtischen Gremien ist die Entwicklung des Potenzials der Liegenschaft auf keinem guten Weg, so der Tenor der einstimmig beschlossenen Stellungnahme des Ortsbeirates.

Aus dem Ortsbeirat heraus wurde der Verdacht geäußert, dass die Eigentümer weiterhin auf Zeit spielen und damit eine positive Stimmung für die Erschließung des Geländes verspielen. Fördermittel für die in der „Kesselschmiede“ zusammengeschlossenen jugendkulturellen Initiativen Skateboardverein Mr. Wilson, Cluster und Café Libre würden blockiert; die Kulturschaffenden des „Netzwerkes Hammerschmiede“ und das Technik-Museum Kassel würden zudem im Unsicheren gelassen. Dabei könnte Fördergeld zum Erhalt und zur Ertüchtigung der Anlagen und zum Schutz der Nachbarschaft beitragen.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es keine konkrete Perspektive für das Henschelgelände, das mitten im Rothenditmolder Ortskern liegt. „Es ist nicht nur ein einzigartiges Zeugnis der Industriegeschichte, sondern bietet auch zahlreiche Möglichkeiten für zukünftige Nutzungen“, so Roth. Ohne Henschel würde es den Stadtteil so nicht geben. Der Ortsbeirat fordert, dass der Investor Aroundtown vor einem Bebauungsplanverfahren unverzüglich das Entwicklungskonzept öffentlich macht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.