Bunkerumbau 

Sorge wegen Bunker in Kassel: Nutzung weiter offen - Anwohner kritisieren Pläne

Imposante Immobilie: Der Bunker am Marienkrankenhaus ist von einem Investor gekauft worden, der eine neue Nutzung plant.
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Imposante Immobilie: Der Bunker am Marienkrankenhaus ist von einem Investor gekauft worden, der eine neue Nutzung plant.

Dicke Luft in Kassels Stadtteil Rothenditmold: Die Anwohner sorgen sich um den Umbau des Bunkers am Marienkrankenhaus. 

  • Nutzung des Bunkers am Marienkrankenhaus in Kassel sorgt für Diskussionen
  • Anwohner kritisieren die Erschließungs-Pläne 
  • Investor habe noch keine konkreten Pläne für das große Gelände 

Kassel - Die Pläne für den Umbau des Hochbunkers am Marienkrankenhaus in Rothenditmold bereiten vielen Anwohnern Sorge. Bei der Sitzung des Ortsbeirates Rothenditmold machten einige jetzt ihrem Unmut Luft.

Bunker in Kassel: Einwohner sind gegen eine Erschließung über Vellmarer Straße 

Das Problem: Aus Sicht der Anwohner ist eine Erschließung des Gebäudes über die schmale Vellmarer Straße, die zudem eine Sackgasse ist, nahezu unmöglich. Schon jetzt komme es im Bereich Vellmarer Straße,Wolfhager Straße regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Baustellenverkehr würde die Problematik zusätzlich verstärken.

Auch sei die Straße sehr schmal, sodass Lastwagen dort nur schwer durchkommen würden. Im Begegnungsverkehr sei es ohnehin schon schwierig. „Nicht ohne Grund fährt die Müllabfuhr rückwärts in die Vellmarer Straße“, so ein Anwohner.

Als Alternative wäre auch eine Anbindung über die Gelnhäuser Straße denkbar, bestätigte Volker Mohr, Leiter des Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz in der Sitzung. Allerdings müsste hier zuvor geprüft werden, ob das aus naturschutzrechtlichen Gründen möglich sei. Bislang gäbe es vom Investor aber noch keine konkreten Pläne für fast 5000 Quadratmeter.

Erster Plan für Bunker in Kassel: Wohnungen errichten 

Der festungsartige Bunker war von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) an einen privaten Investor verkauft worden. Dessen erste Überlegungen waren, dort Wohnungen zu errichten. Der Bunker steht wegen seiner Geschichte militärhistorisch unter Denkmalschutz.

Als Architekten und Planer fungiert das KasselerBüro Groger Grund Schmidt (GGS), das auch den Hochbunker an der Gräfestraße für Wohnzwecke hergerichtet hat. Das Projekt in Rothenditmold ist aber drei bis vier Mal so groß wie das an der Gräfestraße.

„Der Umbau zu einer Wohnimmobilie war angedacht“, hieß es vom Investor, der namentlich nicht genannt werden will, auf Anfrage. Ob es dabei bleibe, sei aber im Moment völlig offen. Man habe bei der Denkmalpflege vorgefühlt. Theoretisch sei es denkbar, das Gebäude um zwei Etagen aufzustocken. Allerdings seien die Umbauarbeiten mit enormen Kosten verbunden. Zuletzt hatte eine Investitionssumme von 20 Millionen Euro im Raum gestanden.

Momentane Pläne für den Bunker in Kassel: Anderweitige Nutzung 

„Deshalb gibt es jetzt auch Überlegungen, den Bunker vielleicht doch anders zu nutzen oder nur teilweise in Wohnungen umzubauen“, so der Investor. Denkbar seien auch Lagerflächen oder Proberäume, wie es beispielsweise schon in Bunkern in Bettenhausen der Fall sei. Der Bedarf sei groß. Man habe keinen Zeitdruck und spiele deshalb unterschiedlichste Möglichkeiten durch.

„Vielleicht werden es am Ende doch Wohnungen, aber derzeit ist noch nichts abzusehen“, sagt der Investor. Auch betont er, dass die Erschließung nicht zwingend über die Vellmarer Straße erfolgen müsse. Die Vorzüge des größten Kasseler Hochbunkers, der ab 1941 für 4000 Schutzsuchende gebaut wurde, sind offensichtlich. Durch seine Hanglage am Rothenberg gibt es einen unverbaubaren Blick auf den Herkules.

Von Kathrin Meyer 

Eigentlich war Kassels Atombunker am Hauptbahnhof für den Super-Gau geschaffen worden. Doch hier feierten auch Tausende Menschen ausgelassen die Grenzöffnung.

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