Mr. Wilson-Skatehalle vor ungewisser Zukunft

Kasseler Skater wollen langfristigen Mietvertrag und bangen um 100.000 Euro

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Da ist was ins Rollen gekommen: 30.000 Menschen nutzen jährlich die Skatehalle in Rothenditmold.

Kassel. Für die Kasseler Skatehalle steht viel auf dem Spiel. 100.000 Euro Fördergeld könnten dem Skateboardverein „Mr. Wilson“, der die Halle in der ehemaligen Kesselschmiede auf dem Henschel-Gelände in Rothenditmold betreibt, durch die Lappen gehen.

Zwar gibt es eine entsprechende Zusage aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“, doch das Geld ist an die Bedingung gebunden, dass die Skatehalle eine langfristige Perspektive am Standort hat.

Genau an einer solchen fehlt es, sagt Matthias Weiland, Geschäftsführer der Skatehalle an der Brandaustraße. Denn der Eigentümer der historischen Henschel-Hallen, der luxemburgische Immobilieninvestor Aroundtown, hat dem Verein Mr. Wilson bisher keinen langfristigen Mietvertrag angeboten. Wenn die Skater nicht spätestens bis 2020 mindestens einen Zehn-Jahres-Vertrag abgeschlossen haben, verfällt das Fördergeld.

Seit 2011 ist die Skatehalle in den Henschel-Hallen beheimatet. 30.000 Menschen nutzen jährlich das Angebot. Seinerzeit wurde ein Fünf-Jahres-Vertrag unterzeichnet, der sich jeweils um ein Jahr verlängert, wenn er nicht gekündigt wird. So hangeln sich die Skater von Jahr zu Jahr.

Hier befindet sich die Skatehalle in Kassel-Rothenditmold: 

Während die laufenden Kosten für Miete, Nebenkosten und Personal dank eines dauerhaften Zuschusses durch die Stadt Kassel und der Well Being Stiftung abgedeckt sind, fehlt das Geld für die Instandhaltung und Investitionen. Mit den 100 000 Euro aus dem Städtebauprogramm „Soziale Stadt“ könnten wichtige Sanierungsarbeiten in Angriff genommen werden. 

So sind eine energetische Sanierung und ein Lärmschutz, der der benachbarten Heilhaus-Siedlung mehr Ruhe verschaffen soll, in Planung. „Diese Investition würden der Bausubstanz zu Gute kommen und damit auch dem Eigentümer“, sagt Weiland. Zuletzt habe Aroundtown zwar einen unbefristeten Mietvertrag angeboten, allerdings mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist. „Das hat für uns keinen Wert“, sagt Weiland.

Auch an weitere Fördertöpfe kommt die Skatehalle nur heran, wenn sie den Geldgebern eine dauerhafte Bleibe vorweisen kann. Weil die Kasseler seit Februar Regionalstützpunkt für die Vorbereitung des Bundeskaders auf die Olympischen Spiele 2020 sind, haben sie grundsätzlich gute Chancen auf Sportförderung. „Alles steht und fällt mit dem Mietvertrag“, sagt Weiland. Auch die Pläne, die benachbarte Henschel-Halle ebenfalls anzumieten, um die Trainingsbedingungen im Hinblick auf die inzwischen olympische Dimension des Sports weiter zu verbessern, müssen in der Schublade bleiben.

Weiland wünscht sich, dass sich die Stadt mit Nachdruck für die Mieter auf dem Henschel-Gelände beim Eigentümer einsetzt.

Auf Anfrage teilt die Stadt mit, dass es bereits Gespräche mit dem Vermieter gegeben habe. Diese seien durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft geführt worden. Inzwischen gebe es einen regelmäßigen Austausch. „Es zeichnet sich ab, dass der Eigentümer ein hohes Interesse an einer städtebaulichen Entwicklung des Areals hat“, sagt ein Stadtsprecher. Das Henschel-Areal verfüge über ein enormes Entwicklungspotenzial für Kultur, Wohnen sowie verträgliche gewerbliche Nutzungen.

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