Überfall in Rothenditmold beschäftigt zum dritten Mal die Gerichte

Landgericht Kassel verhängt lange Haftstrafen für Räuber-Duo

Die Statue einer Frau ist vor blauen Himmel zu sehen, sie hält eine Waage in der linken Hand. (Symbolbild)
+
Zu langen Haftstrafen wurde am Landgericht Kassel ein Räuber-Duo verurteilt. (Symbolbild)

Der Raubüberfall auf einen Mann in dessen Wohnung an der Brandaustraße in Rothenditmold hat im vierten Anlauf ein Ende gefunden. Das Landgericht Kassel verurteilte zwei Männer zu langen Haftstrafen.

Kassel ‒ Der Raubüberfall durch einen heute 56-jährigen Kasseler und seinen 26 Jahre alten Mittäter im Mai 2018 hatte bereits einmal das Amtsgericht und zweimal das Landgericht Kassel beschäftigt, nachdem der Bundesgerichtshof zuerst der Revision der Staatsanwaltschaft und dann der der Angeklagten stattgegeben hatte.

Jetzt nahm die Geschichte ein Ende: Die 1. Strafkammer von Richter Jürgen Dreyer verurteilte den älteren Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten – sieben Monate weniger als noch die 5. Strafkammer 2019 geurteilt hatte. Der Jüngere wurde zu drei Jahren verurteilt, sechs Monate weniger als in der Vorinstanz.

Weil beide Männer seit Mai 2018 in Untersuchungshaft sitzen, könnte der 25-Jährige nun bald auf Bewährung entlassen werden, weil er zwei Drittel der Strafe bereits verbüßt hat. Beide nahmen das neue Urteil der 1. Strafkammer sofort an, das damit rechtskräftig wurde, weil auch Staatsanwältin Ceh zustimmte.

Die beiden Männer gehören seit Jahren der Trinker- und Drogenszene Kassels an. Im Mai 2018 hatten sie einen Trinkkumpanen in dessen Wohnung aufgesucht, um sich Dinge zurückzuholen, die der Ältere dort während einer Haftstrafe deponiert hatte. Der damals 55-jährige Wohnungsinhaber wurde blutig geschlagen und um 15 Euro, zwei Feinwaagen, zwei Teleskopschlagstöcke und eine Dose mit Betäubungsmitteln beraubt.

Die von den Angeklagten angestrebte Strafminderung trat zwar ein, aber nicht im erhofften Ausmaß. „Angesichts Ihrer Vorstrafen ist ein minder schwerer Fall nicht möglich“, sagte Richter Jürgen Dreyer. Fünf Jahre und drei Monate seien angemessen für den schweren Raub und die gefährliche Körperverletzung. Der 56-jähriger Kasseler hat bereits rund drei Dutzend Straftaten auf dem Konto und viele Jahre im Gefängnis verbracht.

Der Wunsch des Mannes nach einer milderen Strafe sei verständlich, sagte Dreyer, zumal der Mann wegen einer Erkrankung nur noch eine geringe Lebenserwartung habe. Der Angeklagte könne ein Gnadengesuch stellen, viel Hoffnung wollte er ihm aber nicht machen. Der Jüngere habe nur Beihilfe zu dem Raub geleistet. Auch sein Geständnis und die schwierigen Lebensumstände in der Jugend seien strafmindernd berücksichtigt worden. (Von Thomas Stier)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.