Hilfeschreie gehört

Nach Messerangriff auf Frau in Kassel: Retterin berichtet

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Retterin in der Nacht: Nachdem Romina Esposito Hilfeschreie gehört hatte, lief sie auf die Straße, um einer 27-jährigen Frau zu helfen. Das Opfer lag in diesem Hauseingang im Kasseler Stadtteil Rothenditmold.

Kassel. Die 28-jährige Romina Esposito eilte der Frau zur Hilfe, die in Rothenditmold mit Messerstichen lebensgefährlch verletzt worden ist. Eine Reportage.

Das Fenster war in der Nacht gekippt, deshalb hörte Romina Esposito (28) die Schreie. „Es waren Hilferufe. Ich dachte erst, es wäre ein Spaß.“ Romina Esposito stand auf, ging zum Fenster und rief, was denn los sei. Es seien weitere Hilferufe darauf gefolgt.

Daraufhin zog sich die Hausfrau ihre Schuhe an und lief auf die Frankenberger Straße in Rothenditmold. Sie hatte die Nacht in der Wohnung ihrer Eltern verbracht, weil diese sich derzeit im Urlaub befinden. „Dann habe ich erst einmal die Frau gesucht, die geschrien hat“, sagt die 28-Jährige.

Opfer lag voller Blut im Hausflur

Vier Häuser weiter habe sie dann die junge Frau - das Opfer der Messerattacke - entdeckt, die blutüberströmt im Hausflur lag. „Die hat nur noch Blut, Blut, Blut gesagt, ansonsten war sie nicht mehr ansprechbar.“ Romina Esposito berichtet, dass sie das Opfer aus dem Hausflur vor die Tür schaffte und dort hinsetzte. 

Dann habe sie geschrien, dass jemand einen Notarzt rufen sollte- Und dass sie Handtücher benötige, um das Blut, das aus den Wunden floss, zu stoppen.

Ihr Sohn gucke nachmittags oft Reality-Sendungen im Fernsehen, in denen auch Menschen gerettet werden, sagt die 28-Jährige. Von daher wisse sie zum Glück, wie man mit Verletzten umgehen müsse. Eine weitere Frau sei zu ihr geeilt, um ihr bei der ersten Hilfe zur Hand zu gehen. Den Sanitätern, die kurze Zeit später am Tatort eintrafen, hätten sie dann noch geholfen, die junge Frau auf eine Trage zu legen.

Keine Spur vom Täter

Vom Täter habe sie nichts gesehen, sagt Romina Esposito. Und auch das Messer sei nicht mehr vor Ort gewesen. Angst habe sie schon gehabt, als sie dem Opfer geholfen habe. „Aber in dem Moment war mir das egal. Ich dachte, Hauptsache, wir retten der Frau das Leben“, sagt die Kasselerin. Zudem sei sie nicht davon ausgegangen, dass der Täter an den Tatort zurückkehrt.

Die Ereignisse in der Nacht sind nicht spurlos an Romina Esposito vorüber gegangen. „Ich habe nicht wirklich ein Auge zugekriegt“, sagte die 28-Jährige am Montagvormittag. „Ich stehe unter Schock.“

Hinweise an die Polizei unter: Tel. 05 61/9100.

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