Logistik wird neu geordnet

Neue Daimler-Hallen im Werk Mittelfeld in Kassel stehen

Verewigten sich auf einem Betonpfeiler (von links): Stadtbaurat Christof Nolda, Matthias Krapp (Goldbeck), Rainer Volk (Daimler), Markus Neurauter (Aroundtown), Dr. Torsten Rudolph (Rudolph-Gruppe) und Mercedes-Benz-Werkleiter Ludwig Pauss. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die beiden neuen Logistik-Hallen für das Mercedes-Benz-Achsenwerk in Kassel sind weit fortgeschritten. Die kleinere ist fertig, die 20.000 Quadratmeter große wird im Sommer übergeben.

„Das Mittelfeld besteht aus fleißigen Arbeitern und strategisch denkenden Köpfen“ – mit diesem leicht abgewandelten Ausspruch aus der Welt des Fußballs beschrieb Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle gestern das Erfolgsgeheimnis des ältesten bestehenden Industrieparks der Stadt, das Werk Mittelfeld. Anlass war das Richtfest für zwei neue Logistikhallen für das Mercedes-Benz-Achsenwerk. Mit ihrer Hände und Köpfe Arbeit sicherten die Beschäftigten dem Traditionsstandort den Erfolg.

Wie berichtet, investiert der Eigentümer des Geländes, der Luxemburger Immobilienkonzern Aroundtown, 20 Millionen Euro in die 5400 und 20 000 Quadratmeter großen Bauwerke, die die Bauunternehmung Goldbeck aus dem Boden gestampft hat. Das kleinere Gebäude ist bereits fertig, das größere wird im Sommer kommenden Jahres seiner Bestimmung übergeben.

Dann wird die Baunataler Rudolph-Gruppe von den beiden Hallen aus die gesamte Werkslogistik auf der anderen Seite des Zauns abwickeln. Konkret: Hereinkommendes Material wird gereinigt, kommissioniert und zeitgenau auf die Produktion verteilt. Seit 2005 bereits macht Rudolph das schon. Aber weil das Werk immer mehr Platz für seine Produktion braucht, wird die Logistik nun auf das benachbarte Aroundtown-Areal umgesiedelt. Gleichzeitig werden externe Logistikflächen, etwa in Wabern, aufgelöst und die Arbeiten werksnah in die neuen Hallen verlagert.

Der geschäftsführende Gesellschafter des Logistik-Dienstleisters, Dr. Torsten Rudolph, bezeichnete das Logistik-Konzept für das Achsenwerk als Leuchtturmprojekt. Mit 15 Mitarbeitern hatten die Baunataler begonnen, mittlerweile sind es 74. Mercedes-Benz-Werkleiter Ludwig Pauss erinnerte an die „sehr langen und zeitweise auch sehr schwierigen Verhandlungen“. Am Ende hätten aber alle Probleme gelöst werden können. Logistikchef Rainer Volk erklärte, dass mit Inbetriebnahme täglich 25 Lkw-Ladungen in den neuen Hallen umgeschlagen würden.

Der Chef der Aroundtown-Industrie- und Gewerbesparte, Markus Neurauter, bezeichnete das Projekt als „starkes zukunftsweisendes Zeichen für die Weiterentwicklung des Industrieparks und des Wirtschaftsstandorts Kassel“. Es bilde den Anfang zum Ausbau zusätzlicher Flächen auf dem Gelände, sagte er.

Wie berichtet, investiert auch der Autozulieferer Finoba 20 Mio. Euro in neue Produktionslinien im Werk Mittelfeld. Der Heerestechnik-Hersteller Rheinmetall nimmt derzeit mehrere Mio. Euro für die Modernisierung und Ausweitung seiner Fertigung in die Hand. Neue Produkte sollen in Kassel angesiedelt werden.

Hintergrund: Das Werk Mittelfeld

Das 1918 errichtete Werk Mittelfeld erstreckt sich auf einer Fläche von 1 043 000 Quadratmetern. Das sind 104,3 Hektar, was gut 130 Fußballfeldern entspricht. 43,6 Hektar entfallen auf das 1969 abgespaltene Mercedes-Benz-Achsenwerk mit aktuell 3100 Beschäftigten. Der größere Teil entfällt auf den Industriepark mit etwa 40 Unternehmen mir insgesamt rund 2600 Beschäftigten. Die größten sind Rheinmetall, Bombardier, Finoba und Henschel. Aroundtown hat den Park vor fast vier Jahren übernommen. Das Luxemburger Unternehmen ist Teil eines komplizierten Unternehmensgeflechts, das von Larnaka in Nordzypern aus gesteuert wird. Es nennt bundesweit fast 100.000 Wohnungen, rund 100 Hotels und andere Gewerbe-Immobilien sein eigen. Das geschätzte Immobilienvermögen liegt bei neun Milliarden Euro. 

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