Keine Eichenprozessionsspinner, nur ungefährliche Gespinstmotten

Raupenbefall am Döllbach in Rothenditmold verunsichert Spaziergänger

Silbrig-weiße Netze und Fäden: Gespinstmotten haben die Bäume in der Döllbach-Aue befallen. Spaziergängerin Andrea Schmidt bewundert das Naturschauspiel. Foto: Schachtschneider

Bei Spaziergängern, die derzeit in der Döllbachaue in Rothenditmold unterwegs sind, herrscht Verunsicherung. Zahlreiche Bäume und Sträucher sind von silbrig-weißen Fäden überzogen.

Häufig herrscht die Angst vor, dass die Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen sein könnten. Der Kontakt mit den feinen Härchen dieser Raupen kann bei Menschen Hautreizungen und Allergien auslösen.

„Hier handelt es sich allerdings nur um einen massiven Befall durch Gespinstmotten“, sagt Klaus Harbusch, der beim Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel für die Baumpflege zuständig ist. Die Gespinstmotten sind im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner allerdings für den Menschen ungefährlich.

Auch in der Fuldaaue

Befallene Bäume gibt es im Moment aber nicht nur in der Döllbachaue, sondern auch in der Fuldaaue und im Bereich Waldau. Verantwortlich dafür könnten die milden Temperaturen der vergangenen Winter gewesen sein, die bereits im Vorjahr für einen Gespinnstmottenbefall gesorgt hatten. Die Schmetterlingsart hüllt jedes Jahr zur Fortpflanzungszeit Bäume und Sträucher ein, um ihre Nachkommen vor Räubern und Wettereinflüssen zu schützen.

Die Motten bespinnen vorwiegend Schwarz- und Weißdorn, Obstbäume und Weiden. Die Gehölze werden dabei kahlgefressen. „Hier in Kassel haben wir es aktuell mit der Traubenkirschen-Gespinstmotte zu tun“, sagt Harbusch. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass auch noch weitere Bäume befallen werden können. Die Sträucher würden sich allerdings relativ schnell wieder erholen. „Die Natur hat hier mit dem sogenannten Johannestrieb vorgesorgt“, sagt Harbusch. Mitte Juni treiben die Bäume meist ohne größere Schäden erneut aus. Möglich wird das durch sogenannte schlafende Knospen, die die Natur eigentlich für die Blüte im darauffolgenden Jahr vorgesehen hat.

In der Karlsaue konnten laut Museumslandschaft Hessen Kassel, die die Parkanlage betreibt, in diesem Jahr noch keine Gespinstmotten beobachtet werden.

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