Hügelige Bewegungslandschaft aus Kunststoff-Granulat

Reize für die Fußsohlen im Rothenberg-Park

Kraterhügel trainiert den Gleichgewichtssinn: Mario Giese (von links), Lino Baixinho und Jörg Salewski von der Firma Prokon modellieren die 3-D-Bewegungslandschaft. Fotos: Dilling

Kassel/Rothenditmold. Gute Muskeln und Fitness sind auch für Spitzensportler nicht alles. Es gebe auch Sinneszellen im Bindegewebe, die trainiert werden sollten, sagt Jens Freitag von der Firma Teo Industriedesign. Die vermittelten ein Gefühl für Bewegungsabläufe des Körpers.

„Verletzungen eines Leistungssportlers stehen oft auch im Zusammenhang mit einer mangelnden Eigenwahrnehmung“, erklärt er.

Angehende Olympioniken und die Eishockey-Cracks der „Kölner Haie“ trainieren laut Freitag genau dieses auf den von der Rothenditmolder Firma entwickelten speziellen Sportboden aus einem Granulat von Kunststoff und synthetischem Kautschuk.

Was den Leistungssportlern hilft, soll nun auch der Motorik und dem Wohlbefinden von Jung und Alt im Rothenberg-Park auf die Sprünge helfen: Neben dem dortigen Spielplatz, nahe des Anne-Frank-Heims, entsteht auf 200 Quadratmetern eine Art Mondlandschaft mit kleinen Kratern und einem kleinen Hügel in der Mitte in hellem Grün, die sich farblich nur sacht vom Rasen rundum abhebt. Die Krater reizen angenehm die Fußsohlen, der nachgebende, biegsame Untergrund der sogenannten „3-D-Landschaft“ fordert den Gleichgewichtssinn heraus, vor allem wenn man Hügel und Senke des 200 Quadratmeter großen Areals mit geschlossenen Augen beschreitet.

Das soll so sein. Denn immer mehr junge Menschen hätten mangels ausreichender Bewegung Probleme mit der Motorik. Die Zahl der Älteren, die ohne vorbeugendes Training sturzgefährdet seien, steige ohnehin, sagt der Produktdesigner und ergänzt: „Optimal wäre es, wenn Großeltern und Enkel gemeinsam die Bewegungslandschaft nutzten.“

Die Firma Teo habe den selbst entwickelten Boden schon erfolgreich in der Uni-Kinderklinik Köln mit an einer schweren Knochenkrankheit leidenden Patienten und in Altenheimen getestet, berichtet Freitag, bisher allerdings auf ebener Fläche. Ins Freiland gehe man in Rothenditmold zum ersten Mal. Das sei das Pilotprojekt für den öffentlichen Raum. Die Idee, einer jedermann zu jeder Zeit zugänglichen Bewegungslandschaft will die schon im Sportböden-Geschäft international erfolgreiche Rothenditmolder Firma, anschließend bundesweit vermarkten.

Teo hat schon Verbündete im Stadtteil gewonnen. Der Verein „Wir in Rothenditmold“ werde sich um die Pflege der Bewegungslandschaft kümmern, sagt Freitag. Außerdem hat eine Trainerin im Auftrag der Firma in verschiedenen Einrichtungen schon erklärt, wie man die 3-D-Landschaft nutzen kann. Einweihung soll noch dieses Jahr sein.

Im Internet werde es Anleitungen für spezielle Übungen geben. Auch Gruppentrainings sollen angeboten werden, kündigt Freitag an. (pdi)

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