Bürgerversammlung: Müll, Lärm und Vandalismus nerven Anwohner

Rothenditmold. Heilhaus, Familiennetzwerk, Treffpunkt Engelhard 7 und Projekte des Programms Soziale Stadt: „In Rothenditmold bewegt sich einiges in eine positive Richtung“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) zur Eröffnung der Bürgerversammlung im Stadtteil.

Dennoch gibt es anscheinend noch genug Probleme. Die mehr als 100 Besucher gaben die Stichworte: Wilde Müllablagerung, Vandalismus, Drogenverkauf, eine teilweise schlechte Busverbindung in die Innenstadt und brach liegende Gärten an der Wolfhager Straße.

Im Mittelpunkt standen einmal mehr die Schrottsammel-Lkw, die seit Monaten auf dem Parkplatz hinter der Sparkasse abgestellt werden. Anwohner berichteten von beschädigten Grünstreifen, blockierten Parkplätzen, lauten Reparaturarbeiten und wild abgelagertem Müll. Gespräche mit den Schrottsammlern und der Polizei hätten nichts gebracht, sagte Katharina Seewald. „Wir brauchen ihre Unterstützung, alleine schaffen wir es nicht“, rief sie den Vertretern der Stadtverwaltung zu.

Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) verwies auf eine verzwickte Rechtslage. Für das unerlaubte Müllsortieren und den Handel mit Abfall seien das Regierungspräsidium und die Polizei zuständig. Die Stadt habe aber Bußgelder für das Ablagern des Mülls verhängt, diese hätten die Müllsammler auch beglichen. Man prüfe derzeit, ob die Nutzung des Parkplatzes auf Pkw beschränkt werden könne, sagte Baudezernent Christof Nolda (Grüne). Man wolle den Schrotthändlern ja nicht die Existenz rauben, sagte Anwohner Lutz Schiefelbein. Seinen Vorschlag, die Stadt solle ihnen einen Platz im Gewerbegebiet vermitteln, lehnte Kaiser jedoch ab: Eine in Teilen illegale Tätigkeit könne man nicht unterstützen.

Mehrere Bürger wiesen auf Vandalismus, Lärmbelästigung und Vermüllung in Rothenditmold hin. Auch würden Pflanzen herausgerissen, sagte Karin Hippeli von der Werkschule Löwenherz. Die Polizei komme nicht schnell genug oder sei nicht erreichbar, lautete ein Vorwurf anderer Bürger. Das wies ein Vertreter der Polizei jedoch zurück. Siegfried Klatt regte an, die Döllbachaue zu beleuchten, um für mehr Sicherheit und soziale Kontrolle zu sorgen. Oberbürgermeister Hilgen winkte jedoch ab. Das ändere nichts, man müsse an die Verantwortung jedes Einzelnen für öffentliches Eigentum appellieren.

Eine gute Nachricht hatte Stadtbaurat Nolda für Gärtner, die Grabeland auf dem Grund der Stadt an der Wolfhager Straße, südlich der Maybachstraße bewirtschaften. Die Stadt plane dort keine Bebauung. Pächter Jörg Frank beruhigte das nicht. Er befürchtet, dass ein Unternehmen, das dort eigene Flächen an Gärtner verpachtet habe, diese Gärten nach und nach auflösen wolle und Verträge nicht verlängere. (pdi) Fotos:  Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.