Protest gegen Auslagerung

Werkverträge und Leiharbeit: Aktionstag bei Mercedes Benz in Rothenditmold

Ansprache vor dem Werkstor: Der Betriebsratsvorsitzende Dieter Seidel auf dem Mercedesplatz vor Vertrauensleuten des Mercedes-Achsenwerks. Foto:  Zgoll

Kassel. Bei der nächsten Betriebsversammlung für die 3100 Mitarbeiter des Achsenwerks von Mercedes Benz in Rothenditmold werden die Themen Leiharbeit und Werkverträge eine zentrale Rolle spielen. Das kündigte der Betriebsratsvorsitzende Dieter Seidel am Donnerstag bei einem Aktionstag im Werk an.

Vor dem Tor am Mercedesplatz stimmte er die Vertrauensleute schon einmal auf den anstehenden Konflikt ein. Damit beteiligten sich die Kasseler an einer bundesweiten Kampagne der IG Metall, die die gesamte deutsche Automobilindustrie betrifft.

Im Kern geht es darum, dass nach Einschätzung der Gewerkschaft immer mehr Stammarbeitsplätze durch Fremdvergaben über Werkverträge ersetzt werden. Das betreffe nicht nur den klassischen Produktionsbereich, sondern auch Forschung, Entwicklung, Montage und Logistik. Für die Unternehmen sei dies vor allem ein Mittel zur Kostenreduzierung. Dabei werde in Kauf genommen, dass viele Beschäftigte zu deutlich schlechteren Konditionen arbeiteten als die Stammbelegschaft.

Weniger Lohn

Seidel erinnerte an einen Fall im Daimler-Werk Untertürkheim, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Dort sei eine Fremdfirma in der Logistik im Einsatz gewesen, die ihren Mitarbeitern gerade mal 8,19 Euro in der Stunde bezahlt habe. Seitdem hätten Daimler und andere Autobauer die Fremdvergaben weiter forciert. Es sei dringend nötig, dass der Gesetzgeber dazu klare Vorgaben mache.

Eine weitere Forderung: „Als Betriebsrat wollen wir auch für die Werkvertragsarbeitnehmer zuständig sein“, sagt Seidel. Diese Mitarbeiter arbeiteten auf dem gleichen Betriebsgelände zu den gleichen Arbeitsschutzbedingungen. Für sie müsse es Ansprechpartner geben.

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