1. Startseite
  2. Kassel
  3. Rothenditmold

Henschel- und Technikmuseum unter einem Dach?

Erstellt:

Von: Thomas Siemon

Kommentare

Schwergewicht: Diese Henschellokomotive aus dem Jahr 1942 gehört zu den größten Ausstellungsstücken im Technikmuseum in Rothenditmold.
Schwergewicht: Diese Henschellokomotive aus dem Jahr 1942 gehört zu den größten Ausstellungsstücken im Technikmuseum in Rothenditmold. © Thomas Siemon

Bisher nutzen das Henschel- und das Technikmuseum unterschiedliche Gebäude auf dem früheren Henschelareal in Rothenditmold. Das könnte sich ändern.

Kassel – Warum arbeiten das Technikmuseum Kassel und das Henschelmuseum nicht enger zusammen und präsentieren ihre Sammlungen unter einem Dach? Die Idee stand immer mal wieder im Raum. Jetzt könnte es konkret werden. Für Bewegung sorgen die Pläne zur Entwicklung des ehemaligen Henschel-Geländes in Rothenditmold. Dort sollen in den nächsten Jahren 600 bis 700 Wohnungen entstehen und zugleich die denkmalgeschützten Backsteinhallen neu genutzt werden. Die Pläne, über die die HNA bereits berichtet hat, wurden jetzt auch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr präsentiert.

Dabei wurde unter anderem deutlich, dass es erhebliche bauliche Veränderungen auf dem Gelände geben soll. Davon betroffen wären sowohl die heutigen Standorte des Technikmuseums in zwei ehemaligen Werkshallen als auch das Henschelmuseum in einem früheren Verwaltungsbau. Beide Einrichtungen sollen ebenso wie die Kulturschaffenden und der Skaterverein Mr. Wilson auf dem Gelände bleiben. Das machten Projektentwickler Michael Linker und Mandy Susan Bressel von Heindrich Immobilien im Ausschuss deutlich.

Noch sei man in einem frühen Stadium der Gespräche, doch einen Standort für die Museen habe man bereits im Blick, sagte Michael Linker. Es handelt sich dabei um das Gebäude der ehemaligen Hammerschmiede. Die könne mit dieser Nutzung zum Herzstück des neuen Geländes werden. Dort sei es auch möglich, den Außenbereich zum Beispiel für die Präsentation größerer Ausstellungsstücke zu nutzen. Bislang stehen unter dem Dach des Technikmuseums zum Beispiel eine große Henschellokomotive aus dem Jahr 1942 und ein früher Transrapid, ein kompletter Henschel-Löschzug sowie mehrere historische Straßenbahnen.

Und wie kommt diese Idee bei den Beteiligten an? Die Grundidee finde er gut, bei der Umsetzung gebe es allerdings eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, sagt Helmut Weich vom Henschelmuseum. Der Verein, der das Museum ehrenamtlich betreibt, könne einen Umzug nicht aus eigener Kraft stemmen. Als Beispiel für die Dimensionen einer Verlagerung nennt er das Lokarchiv mit 500 000 Zeichnungen und einer riesigen Fotodokumentation.

Ein Kraftakt wäre der Umzug auch für das Technikmuseum. „Trotzdem können wir uns das vorstellen“, sagt Karsten Stückrath vom Vorstand. Derzeit wird in Kooperation mit der Stadt und einem Berliner Büro ohnehin an einem neuen Präsentationskonzept gearbeitet. Das wäre auch an einem anderen Standort mit einem Partner umsetzbar.

In direkter Nachbarschaft: Vor dem Henschelmuseum steht diese Dampfwalze, die in der Kasseler Firma produziert wurde. Links ist das Technikmuseum. Archi
In direkter Nachbarschaft: Vor dem Henschelmuseum steht diese Dampfwalze, die in der Kasseler Firma produziert wurde. Links ist das Technikmuseum. Archi © Thomas Siemon

Auch interessant

Kommentare