Kritik an Parks und Plätzen

„Skaten ist mehr als Sport“ - Trotzdem nicht genug Möglichkeiten in Kassel

Jan Hassenpflug skatet regelmäßig in der Kesselschmiede. Foto: Privat/nh

Kassel. Schon im Alter von sieben Jahren flammte seine Leidenschaft auf: Damals beobachtete er die spektakulären Tricks der Skateboarder – und versuchte es dann einfach mal selbst.

Jan Hassenpflug ist mittlerweile 23 Jahre alt, aber seine Leidenschaft fürs Skaten begleitet ihn immer noch. „Beim Skaten fühle ich mich frei. Ich kann mich kreativ ausleben, mich an Tricks probieren und bin unabhängig von festen Trainingszeiten wie beim Fußball“.

Umso bedauernswerter findet er daher, dass Kassel nicht genug Möglichkeiten zum Skaten biete. Die Halle in der Kesselschmiede, in der er zusammen mit seinen Freunden regelmäßig fährt, sei zwar ein guter Anlaufpunkt für Skateboarder, aber Hassenpflug fehlen die Alternativen: „In Kassel gibt es wenig öffentliche Plätze und Parks, die zum Skaten geeignet sind. Andere, in etwa gleichgroße Städte, bieten wesentlich bessere Möglichkeiten. Und das, obwohl Skateboard längst keine Randsportart mehr ist – 2020 wird Skaten gar olympisch“.

Auch verlange die Kesselschmiede einen Eintrittspreis, was laut Hassenpflug finanzschwache Personen abhalte, regelmäßig ihrem Hobby nachzugehen. Diese Probleme habe Hassenpflug über den Skateboardverein Mr. Wilson auch der Stadt Kassel mitgeteilt, von denen er aber wenig Unterstützung erhalten habe.

Um die Skaterszene stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, gründete er zusammen mit einigen Freunden die Gruppe „One more first try“, zu Deutsch: Ein weiterer erster Versuch. „Es ist immer schön, wenn Tricks mit dem Skateboard beim ersten Versuch klappen. Aber warum sollte der Erfolg beim Zweiten oder Dritten schlechter sein?“, erklärt Hassenpflug die Entstehung des Namens.

„One more first try“ hat bereits einiges auf die Beine gestellt. So ist die Gruppe im Internet in Form eines Online-Shops präsent. „Als Mediengestalter habe ich zu Beginn aus Spaß eigene T-Shirts bedruckt. Irgendwann stellte ich mir die Frage: ‘Warum sollte ich die Klamotten nur für mich produzieren, und nicht für alle?’“, sagt Hassenpflug. Der Online-Shop, den er mit seinen Freunden betreibt, setze auf Transparenz und fairen Handel.

Kostenloses Turnier

Außerdem organisiert die Gruppe ein- bis zweimal im Jahr ein Skateboard-Turnier in der Kesselschmiede, dessen Teilnahme kostenfrei ist und bei dem Sachpreise ausgeschrieben werden. „Durch das Turnier wollen wir nicht nur die Gemeinschaft stärken und unsere alten Kontakte pflegen, sondern vor allem wollen wir neue knüpfen.“, sagt Hassenpflug. Für ihn ist es wichtig, dass die Szene weiter wächst und sich entwickelt. „Jeder ist bei uns willkommen“.

Weitere Infos zur Kesselschmiede gibt es hier bei Facebook und auf dieser Internetseite.

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