Museum soll Bestandteil im Unterricht werden

Stadt Kassel fördert das Technikmuseum mit 30.000 Euro

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Einsatz für das Technikmuseum: Ewald Griesel, Vorsitzender des Fördervereins (von links), Karsten Stückrath (Arvos), Andreas Wirtz (EAM), Prof. Jens Hesselbach (Universität Kassel) und Wolfgang Dünkel (VDE und VDI)

Kassel. Das Kasseler Technikmuseum soll dazu genutzt werden, junge Leute für Ingenieurberufe zu interessieren. Die Stadt Kassel fördert das Museum erstmals mit 30.000 Euro. 

Die ehemaligen Henschelhallen in Rothenditmold sollen schon bald ein fester Bestandteil im Schulunterricht und auch für die Kasseler Universität werden. „Hier im Technikmuseum findet man jede Menge Anschauungsmaterial, um junge Leute zum Beispiel für Ingenieurberufe zu begeistern“, sagt Karsten Stückrath, der Geschäftsführer der Arvos GmbH Schmidtsche Schack. Das Traditionsunternehmen aus Bettenhausen (350 Mitarbeiter) ist mit Heißdampftechnik groß geworden.

Seit vielen Jahren werde in Kassel Spitzentechnologie hergestellt, die ganz entscheidend zur positiven Entwicklung der heimischen Wirtschaft beigetragen habe, sagt Prof. Jens Hesselbach vom Fachbereich Maschinenbau der Universität Kassel. Es sei höchste Zeit, wieder mehr junge Leute für die Technik zu begeistern. Das Technikmuseum mit seinen herausragenden Exponaten von historischen Straßenbahnen der KVG über Henschelprodukte bis zum Transrapid und früher Medizintechnik sei dafür bestens geeignet.

Deshalb haben sich Vertreter der Wirtschaft und der Hochschule zusammengetan. „Wir engagieren uns für das Technikmuseum und fordern auch die öffentliche Hand auf, diese wichtige Einrichtung zu fördern“, sagt Dipl. Ing. Andreas Wirtz vom Energienetz Mitte der EAM. Sie alle sind auch in Verbänden aktiv, die dem Technikmuseum verbunden sind. Dazu gehören der Verein deutscher Ingenieure (VDI) und der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE).

Risiko für Wachstum

„Wir setzen uns dafür ein, das das Technikmuseum zu einem anschaulichen Lernort wird“, sagt Wolfgang Dünkel, der beim VDE für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der Fachkräftemangel werde von der Wirtschaft immer häufiger als Risiko für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gesehen. Dagegen müsse man etwas tun und das Technikmuseum für Schulklassen und Studierende in den Blickpunkt rücken.

Wichtig sei es, den Museumsstandort zu sichern und es als außerschulischen Lernort besser auszustatten. Hier sehen die Vertreter der Wirtschaft, der Universität und der Verbände auch das Kultusministerium, die Stadt Kassel, das Land und den Landkreis in der Verantwortung. Das gelte sowohl bei der finanziellen Ausstattung als auch bei den Verhandlungen mit dem Eigentümer des Geländes, einer privaten Investorengruppe.

Stadt sagt Förderung zu

Geldknappheit und der Wunsch nach einer dauerhaften Perspektive auf dem Gelände begleiten das Technikmuseum seit der Gründung des Fördervereins im Jahr 2005. Jetzt hat die Stadt Kassel erstmals eine Förderung in Aussicht gestellt. Der Magistrat habe beschlossen, das Museum mit 30 000 Euro zu bezuschussen, teilte Oberbürgermeister Christian Geselle gestern mit. Am kommenden Montag werde die Stadtverordnetenversammlung darüber abstimmen. Industriekultur sei ein wichtiger Teil der Kasseler Identität, sagt Geselle. Neben der finanziellen Förderung solle auch eine neue Konzeption für das Museum entwickelt werden.

Technikmuseum Wolfhager Str. 109, geöffnet mittwochs, donnerstags freitags und an Wochenenden von 11 bis 17 Uhr. Eintritt 5/2 Euro.

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