Brandermittler haben Arbeit aufgenommen

Ursache für Großbrand in Kassel weiter unklar: Ruine kann noch nicht betreten werden

Am Tag danach: Vom Gebäude des Gartenbaubetriebs Böhmelt sind nur noch Ruinen über. Ermittler untersuchten am Montag die Brandstelle. Zur Ursache des Feuers konnten noch keine Angaben gemacht werden.
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Am Tag danach: Vom Gebäude des Gartenbaubetriebs Böhmelt sind nur noch Ruinen über. Ermittler untersuchten am Montag die Brandstelle. Zur Ursache des Feuers konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Nach dem verheerenden Großbrand am Sonntagmorgen in Rothenditmold haben die Brandermittler der Polizei am Montag ihre Arbeit aufgenommen. Die Brandursache ist weiter unklar.

Kassel – Am Montagmorgen sind wohl deutlich mehr Autos in der Angersbachstraße unterwegs, als es sonst um diese Uhrzeit der Fall ist. Sie fahren langsam, hinter den Scheiben neugierige Blicke. Man möchte sich selbst ein Bild davon machen, was in Rothenditmold passiert ist. Der Brandgeruch liegt noch immer über dem Stadtteil. Stefan und Christine Böhmelt stehen indes noch immer fassungslos vor den Ruinen ihres Betriebes. Ein Feuer hatte am Sonntag die Gebäude des Unternehmens für Garten- und Landschaftsbau nahezu vollständig zerstört. Auch viele Fahrzeuge der Firma fielen den Flammen zum Opfer. Wie und wo das Feuer ausgebrochen ist, ist weiter unklar.

Brandermittler waren am Montag vor Ort. Um sich einen Überblick über das Ausmaß des Schadens zu machen, wurde das Gelände mit einer Drohne fotografiert. In den kommenden Tagen soll ein Gutachter eingesetzt werden, um die Ursache für das verheerende Feuer zu finden. Weil das Gebäude so stark zerstört ist, ist es nicht möglich, es zu betreten.

Am Sonntag gab es Vermutungen, dass die Explosionen möglicherweise durch Dünger ausgelöst wurden. „Aber wir hatten lediglich hier ein paar Grassamen gelagert“, sagt Christine Böhmelt. Als sie am Sonntag mit ihrem Mann am Betrieb eintraf, hätte die Feuerwehr bereits mehrere der Tore der Hallen geöffnet gehabt, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. „Ich vermute, dass sich so wie eine Art Kamin gebildet hat“, sagt Christine Böhmelt. Die Flammen schlugen teilweise meterhoch aus dem zu großen Teilen aus Holz bestehenden Gebäude. Die große schwarze Rauchwolke war nahezu im gesamten Stadtgebiet zu sehen.

Opfer der Flammen: Auch mehrere Autos und zahlreiche Maschinen des Gartenbauunternehmens wurden durch das Feuer zerstört.

Die Feuerwehr hatte entschieden, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen, weil die Gefahr für die Einsatzkräfte bei einem sogenannten Innenangriff zu groß gewesen wäre. Man habe sich dann darauf konzentriert, ein Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Gebäude zu verhindern.

„Wir haben noch nicht mal mehr unseren Terminkalender“, sagt Christine Böhmelt. Sie bittet deshalb Kunden, die bereits einen Auftrag an ihr Unternehmen vergeben haben, sich telefonisch oder per E-Mail im Betrieb zu melden. Selbst die Fahrzeuge des Fuhrparks, die nicht beschädigt worden sind, können aktuell nicht bewegt werden. Auch die Schlüssel sind geschmolzen, so Christine Böhmelt.

Großbrand am Sonntagmorgen: So war die Qualmwolke von der Heinrich-Heine-Straße in Wehlheiden sichtbar.

An einem der benachbarten Wohnhäuser hängt ein handgeschriebenes Schild: Betreten verboten. Beschlagnahmt sind die Häuser nicht, heißt es von der Polizei. Laut der Stadt Kassel konnten die Mieter bereits in ihre Wohnungen zurück. Aber auch hier sind die Spuren der massiven Hitze sichtbar. Klingelschilder und Jalousien sind weggeschmolzen, Scheiben zerstört. Die Bewohner haben viel Glück gehabt, dass alle unverletzt geblieben sind. Auch Fenster der angrenzenden Pflegeschule sind gesprungen. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen verhindern.

Anwohner hatten sich gewundert, weshalb das Löschwasser teilweise aus dem Vorderen Westen zur Brandstelle befördert wurde. Je nachdem, wo der Brand sei, werde das Löschwasser von einer taktisch sinnvollen Stelle gefördert, heißt es von der Stadt Kassel. Das können Hydranten in einem anderen Netzabschnitt als die eigentliche Brandstelle oder auch öffentliche Gewässer sein. Von dort wird dann eine Leitung mit speziellen Fahrzeugen sogenannten Schlauchwagen verlegt. (Kathrin Meyer)

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