Kasseler Traditionsstandorte gehen an Investor aus Zypern

Werke Mittelfeld und Rothenditmold verkauft

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Das Werk Mittelfeld von oben: Hauptmieter sind Bombardier, Rheinmetall, die Henschel-Antriebstechnik, Volkswagen und der Logistiker Rudolph. Das große Areal oben rechts gehört Daimler.

Kassel. Die traditionsreichen Kasseler Industriestandorte Mittelfeld und Rothenditmold haben den Besitzer gewechselt. Sie gehören jetzt den zwei in Berlin registrierten Immobilienfonds Alemory Grundstücks GmbH 43 und 44.

Dahinter verbirgt sich der zypriotische Investor Grand City Property (GCP) LTD, der in Deutschland 23 000 Wohnungen sowie 100 Hotels betreibt – darunter auch die Kasseler Häuser Days Inn Hessenland an der Oberen Königsstraße, Tryp by Wyndham an der Erzbergerstraße und Wyndham Garden an der Heiligenröder Straße. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Die etwa 40 Industriebetriebe und Dienstleister im Werk Mittelfeld sowie Logistiker, Vereine und Freischaffende in Rothenditmold hoffen darauf, dass die neuen Besitzer langfristige Interessen verfolgen. Angst vor Kündigung haben vor allem kleine Mieter, die großen wie Rheinmetall, Bombardier und Henschel Antriebstechnik fürchten dies nicht.

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Eine Hauptfigur des verschachtelten, undurchsichtigen Geflechts aus zahlreichen Einzel-, Regional- und Untergesellschaften ist Raanan Gabay. Er taucht immer wieder als Geschäftsführer und deutscher Niederlassungsleiter auf. GCP-Sprecherin Katrin Petersen erklärte auf Anfrage, Ziel sei es, dass sich die Mieter langfristig wohlfühlten. Veränderungen müssten sie nicht fürchten. Derzeit werde der Investitionsbedarf ermittelt. „Unsere Strategie ist langfristig. 90 Prozent der von uns erworbenen Immobilien befinden sich weiterhin in unserem Besitz“, sagte Petersen.

Bis zum Jahreswechsel gehörten die beiden ehemaligen Henschel-Industriestandorte mehrheitlich der Immobilien-Tochter der Deutschen Bank, Rreef. Sie hatte sie 2007 gemeinsam mit zwei Investoren von ThyssenKrupp übernommen. Besonders glücklich waren die Mieter mit diesen Besitzern nicht, denn Rreef hat nur das Nötigste in Gebäude und Infrastruktur investiert.

Von José Pinto

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