Royaler Glanz in Kassel

Royaler Glanz in Kassel: Wie Königin Beatrix einst die documenta besuchte

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Beifall für Beatrix: Als Kronprinzessin besuchte Beatrix 1972 gemeinsam mit ihrem Mann, Prinz Claus der Niederlande, bereits die documenta. Vor dem Fridericianum wurde das Paar von der Menge begrüßt.

Kassel. Königin Beatrix der Niederlande dankt nach 33 Jahren ab. Sie macht den Thron für ihren Sohn Willem-Alexander frei. 1980 hatte sie die Nachfolge von Königin Juliane angetreten. Auch in Kassel und Umgebung war die Monarchin zu Besuch.

Königin Beatrix der Niederlande, die nun das Zepter an ihren Sohn Prinz Willem-Alexander weitergibt, war mehrmals in Kassel und der Region zu Gast.

Gemeinsam mit ihrem Mann Prinz Claus besuchte sie bereits 1972 als Kronprinzessin die documenta 5. Hunderte Schaulustige umringten das Paar vor dem Fridericianum. Am Abend ging es zum Empfang auf das Gut des Grafen Metternich in Adelebsen bei Göttingen.

Kassel und die Kunst müssen Beatrix und Claus gut gefallen haben. Die Königin und der Prinz kamen 20 Jahre später erneut in die documenta-Stadt, trafen dort auch den belgischen Thronfolger Philippe. Jan Hoet, der die Ausstellung 1992 leitete, begleitete sie bei ihrem Kunstrundgang. Beatrix und Claus trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein - ganz schlicht mit ihren Rufnamen, wie sich die städtische Protokollchefin Ursula Füchsel erinnert. Prinz Claus, der 2002 starb, sei damals schon von seiner Krankheit gezeichnet gewesen. „Sie war sehr freundlich, aber auch sehr distanziert“, sagt Füchsel.

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In friedlicher Runde beim Essen im Landhaus Meister: Edgar Meister (von links), Jan Hoet, Kronprinz Philippe von Belgien, Königin Beatrix, der damalige Bürgermeister Ludolf Wurbs und seine Frau Helga. Es serviert Ute Meister.

Mittags gab es ein Gala-Diner mit 30 Gästen „zu Ehren Ihrer Majestät Königin Beatrix der Niederlande, Seiner Königlichen Hoheit Prinz Claus der Niederlande und seiner Königlichen Hoheit Prinz Philippe von Belgien“ im Landhaus Meister. Sitzordnung, Gästeliste - „jedes Detail war mit der holländischen Botschaft abgesprochen“, sagt Füchsel. Serviert wurden marinierte Salatherzen mit Flußkrebsen und Walnüssen, gefüllte Wachtel mit Entenleber auf Pfifferlingsrisotto.

Zum Nachtisch gab es hessisches Schmandmousse auf Erdbeerragout und Buttermilchsauce. Am Aperitif nippte die hohe Gesellschaft bei Sonnenschein im Garten. Mit dabei waren der damalige Oberbürgermeister Georg Lewandowski und Stadtverordnetenvorsteherin Christine Schmarsow. „Es war grandios für uns“, erinnert sich Ute Meister. Sie und das gesamte Team seien sehr aufgeregt gewesen. „Für die ganze Mannschaft war das spannend.“ (els)

Falsche Frage: Lokalreporter verärgert die Königin

Die allgemeine Aufregung über den Besuch von Königin Beatrix 1992 erfasste auch den Berichterstatter dieser Zeitung. Einige Stunden in der Gefolgschaft einer Königin verbringen, das war etwas Besonderes. Zumal die Regentin sich volksnah gab beim Rundgang durch das Fridericianum. Dann aber wurde der Trubel doch ein bisschen viel. „Aufhören bitte“, sagte die Regentin in die Objektive und Blitzlichter hinein. Gastgeber Jan Hoet forderte für die Königin ein bisschen Ruhe beim Rundgang durch die Ausstellung. Ein Leibwächter hält Fotografen und Reporter auf Distanz.

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Die wurde aufgehoben beim gemeinsamen Mittagessen der beiden Königshäuser aus den Niederlanden und Belgien im Landhaus Meister. Auch für den Lokalreporter der HNA, der exklusiv als Berichterstatter dazugebeten wurde. Endlich Aug’ in Aug’ mit Königin Beatrix. Ist eine Frage an die Monarchin erlaubt? Beatrix lächelt gnädig. Wie hat der ausgewiesenen Kunstkennerin die Ausstellung gefallen? Da war es vorbei mit der Freundlichkeit. „Ich gebe kein Interview“, entgegnete sie entrüstet, allgemeine Aufregung im Raum, Ende der Audienz. „Sie haben die falsche Frage gestellt“, klärte Jan Hoet wütend den irritierten Reporter auf. (mic)

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