Rucksack für Operationen 

Gründerwettbewerb Promotion Nordhessen: Hauptpreis für Kasseler

Mutige Existenzgründung: Hessens Wirtschaftsminister Tarek al-Wazir (links) und Regionalmanager Holger Schach (rechts) gratulierten den Erfindern des medizinischen Rucksacks, Martin Reh (von links), Philipp Odernheimer und Raphael Schönweitz, zu ihrem Sieg beim Gründerwettbewerb. Das Trio von der Uni sucht noch weitere Sponsoren für die Produktion des Rucksacks. Foto: Dilling

Kassel. Bundesweit geht die Zahl der Existenzgründungen neuerdings zurück. Davon ist bei der 14. Runde des Businessplan-Wettbewerbs promotion Nordhessen nichts zu spüren: Der bundesweite, vom Regionalmanagement Nordhessen ausgeschriebene Gründerwettbewerb war mit 58 eingereichten Geschäftsplänen so erfolgreich wie nie zuvor.

Gestern Abend wurde in der Orangerie ein Tüftler-Trio von der Uni Kassel vor geschätzten 350 Gästen zum Sieger gekürt: Martin Reh, Raphael Schönweitz und Philipp Odernheimer haben einen medizinischen Rucksack entwickelt, der die häufig schwierige ärztliche Versorgung in Entwicklungsregionen grundlegend verbessern kann. Dafür erhalten sie ein Preisgeld von 12 000 Euro.

Die jungen Unternehmer bauen gerade Prototypen für drei unterschiedlich bestückte Rucksäcke, gesponsert von Unternehmen, Privatpersonen und Hilfsorganisationen. Die Rucksäcke können mithilfe von Solarenergie hochreines Wasser zur Säuberung von Operationsbesteck und Infusionsflaschen herstellen und außerdem Medikamente kühlen.

Parkett fürs Bad

Der zweite, mit 10.000 Euro dotierte Gründerpreis, ging ebenfalls an ein Trio aus Kassel. Matthias Kühn, Felix Hüllenkremer und Manuel Mannheim haben ein Echtholz-Parkettsystem entwickelt, das dank einer neuartigen Verbindungs- und Versiegelungstechnik aus Kunststoffen mit weniger Montageaufwand als bisherige Systeme verlegt und sogar in Nassräumen eingesetzt werden kann. Dafür haben die Gründer bereits ein Patent auf den Weg gebracht.

Den dritten Preis (8000 Euro) sicherten sich Martin Küster und Karl-Heinz Bartling aus Kassel. Sie wollen den deutschen Markt mit einem Tee aus Äthiopien erobern, der hierzulande bei Teefreunden weitgehend unbekannt ist: Der Kräutertee „Coffea Tea“, gewonnen aus den Blättern einer Kaffeepflanze im äthiopischen Hochland, soll vor Umweltgiften schützen und das Risiko, an Diabetes zu erkranken, vermindern. Das Kasseler Duo hat bereits einen Exklusivvertrag mit äthiopischen Produzenten geschlossen.

Auf den vierten Platz (6000 Euro) kamen die Kasseler Philipp Fritzsche, Shuang Zhao, Björn Bockel, Markus Schmitz und Christian Presche. Sie haben eine Software entwickelt, mit der man virtuell durch Städte und Gebäude laufen kann. Der fünfte Preis (4000 Euro) ging an ein Gründerteam aus Darmstadt.

Mit einem kompakten Ladegerät für Fahrzeuge, das verschiedene Ladetechniken in sich vereint, hat der Kasseler Marco Jung den neu von der Firma Hübner gestifteten und mit 10 000 Euro dotierten Innovationspreis Mobilitätswirtschaft gewonnen, zusammen mit der Berliner Firma Ebee, die sich auch den vom Niestetaler Wechselrichter-Spezialisten SMA ausgelobten Sonderpreis für dezentrale Energie mit der Entwicklung eines Infrastrukturkonzepts für Ladestationen und -punkte für Elektromobile sicherte. (pdi)

Bilder von der Preisverleihung:

Gründerwettbewerb Promotion Nordhessen: Hauptpreis für Kasseler

Regionalmanager Holger Schach im Interview

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im Interview

Erfinder des medizinischen Rucksacks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.