Ruder-Festival an der Spitzhacke

Tolle Kulisse: In Höhe der Drahtbrücke war das Ziel für die Sprint-Regatta der Bundesliga-Achter. Anschließend ruderten sie in Richtung Schleuse aus. Fotos: Konrad

Kassel. Es ist ein schönes Bild: die Boote auf der Fulda, die Menschen am Ufer, viele sitzen in Camping- und Liegestühlen oder liegen einfach im Gras. Musik tönt aus Lautsprechern, die zwischen Prinzessgarten und Drahtbrücke am Fuldaufer stehen.

Auf dem Wasser rudern jeweils zwei Achter auf einer Sprint-Strecke über 350 Meter um den Sieg. Es ist ein Projekt der Ruder-Bundesliga (RBL). Am Samstag starteten 47 Teams der ersten und zweiten Liga, der Frauen und Junioren auf der Sprint-Strecke im Bereich der Spitzhacke. „Kassel ist ein idealer Wettkampfort für dieses Konzept“, sagt RBL-Sprecher Arne Simann. 

Seit fünf Jahren laufe diese Wettkampf-Art erfolgreich. Sie soll den Rudersport möglichst in die Städte holen und ihn attraktiver machen – vor allem für die Zuschauer. Die sehen die Teams nicht nur einmal auf einer langen Strecke, sondern jedes Team fünfmal auf der Sprintstrecke.

Am Fuldaufer an der Spitzhacke sitzen Wolfgang und Marlis Adomat. Sie sind nach Kassel gekommen, um ihren beiden Enkeln Mareike und Lars beim Rudern zuzusehen. „Es ist eine tolle Naturstrecke, schön ruhig und in eine herrliche Kulisse eingebettet“, sagt Wolfgang Adomat. Der 79-Jährige ist selbst ein begeisterter Ruderer und hat schon einige Wettkämpfe dieser Art gesehen.

„In Kassel rudern die Teams im Grunde mitten in der Stadt“, sagt der RBL-Sprecher. Das Ziel der Rennstrecke liegt kurz vor der Drahtbrücke. Die Teams rudern anschließend in Richtung Schleuse aus. An der Spitzhacke holen sie die Boote aus dem Wasser und tragen sie über die Straße zur Hessenkampfbahn, wo sie lagern. Im Schatten der Kastanienbäume am Rande der Kampfbahn haben viele der Teams ihre Zelte aufgeschlagen und ruhen sich dort zwischen den Wettkämpfen aus. 

„Das ist einfach ein besonderes Flair“, sagt Simann. Überhaupt spiele das Drumherum, der Event-Charakter, eine wichtige Rolle. Zum Konzept gehört auch die Musik. Die Atmosphäre erinnert ein wenig an die eines Festivals.

Viele Besucher stehen auf der Drahtbrücke. Von dort haben sie einen idealen Bick auf das Wettkampfgeschehen und die Zieleinfahrt direkt unter sich. „Es ist toll, die Rennboote auf der Fulda zu sehen“, sagt eine Frau, die zufällig vorbeigekommen ist und sich von der Brücke aus die Rennen ansieht.

Laut Simann wird das Projekt auch von den Ruderern gut angenommen. „Wie auch in anderen Sportarten ist der Sprint einfach die Königsdisziplin – auch wenn Mittel- und Langstrecken sportlich anspruchsvoller sind“, sagt er. In fünf Städten tragen die Ruderer ihre Wettkämpfe aus. Kassel war die vorletzte Station. Am Sonntag ruderten außerdem Betriebsmannschaften für einen guten Zweck und die Boote der heimischen Vereine um die Stadtmeisterschaft. (mkx)

Mehr zur Regatta sowie die Ergebnisse lesen Sie in der Dienstagsausgabe der HNA.

Bundesliga-Achter auf der Fulda

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