Neuer Betreiber der Eishalle will, dass künftig auch mehr Konzerte stattfinden

Eishallen-Vertrag: Ruder noch herumgerissen

+
Stefan Traut

Kassel. Es war kurz vor Mitternacht am Donnerstag, als endlich die Tinte unter dem Vertrag trocken war. Es war ein neuer Betreiber der Kasseler Eishalle gefunden worden - die Zukunft des Kasseler Nachwuchs-Eishockeys war damit gesichert.

Vorausgegangen war ein zähes Ringen. Am Tisch saß der Huskies-Insolvenzverwalter Dr. Frank-Ludwig Danko, der abwechselnd mit dem neuen Betreiber Stefan Traut und Dennis Rossing, dem Pächter der Halle, sprach.

Lesen Sie auch:

Eishockey: Halle bleibt für alle offen - neuer Vertrag bis 2011

Entwarnung am späten Abend: Eishalle bleibt wohl erhalten

Politiker diskutieren, ob Rossing Geld für Ausbau von Eishalle

Dennis Rossing, so verlautete schon während der Verhandlungen, war ziemlich sauer. Er war böse darüber, dass er von verschiedenen Seiten in der Stadt heftig kritisiert wird. Einst als Retter gefeiert, bekommt er nun nach der Pleite der Profi-Huskies von einigen Gegenwind. Das, so schien es, ging selbst dem kühl kalkulierenden Geschäftsmann an die Nieren.

Die Gespräche standen Spitz auf Knopf - doch dann machte Dennis Rossing den Weg frei. Dr. Danko: „Ich bin sehr erleichtert, dass es gelungen ist, das Ruder noch einmal herumzureißen“. Rossing unterzeichnete schließlich den Vertrag mit dem neuen Betreiber Stefan Traut.

Dabei half, dass man sich kennt: Traut arbeitet auch für die Rosco-Gruppe, hinter der Dennis Rossing und sein Bruder Walter stehen, und ist als Immobilienkaufmann für die Vermietung des Salzmann-Komplexes zuständig. Traut ist überzeugt, die Halle wirtschaftlich betreiben zu können. Dazu reichen aber acht Heimspiele der jungen Huskies in der Hessenliga nicht aus. Daher will Traut nun mit einem Kasseler Veranstalter sprechen, wie man zum Beispiel mehr Konzerte in die Halle bekommt. Der öffentliche Eislauf bleibt erhalten.

Die zehn Menschen, die bisher in der Halle arbeiteten, hat Stefan Traut übernommen. Er hofft, dass er nach den letzten turbulenten Tagen nun in einem ruhigen Fahrwasser weiter planen kann.

Groß war die Freude bei Marc Berghöfer, dem Chef der jungen Huskies. „Aber ich bin auch die ganze Zeit davon ausgegangen, dass es zu einem glücklichen Ende kommt“, sagte er gestern. Nun werde man sich mit Stefan Traut zusammensetzen, um etwa über die Zeiten zu sprechen, in denen die Mannschaft die Eisfläche nutzen kann.

Die „EC Kassel Huskies Sportmanagement GmbH“, die das Profi-Eishockey in Kassel unterhielt, wird in den nächsten Tagen den Betrieb endgültig einstellen, sagt Dr. Danko. Die Spieler sind weg, und die beiden Damen der Geschäftsstelle wollen sich, so Danko, selbst neue Jobs suchen. Gekündigt wurde nur dem sportlichen Direktor der Huskies, Fabian Dahlem.

ARTIKEL LINKS + RECHTS

Von Frank Thonicke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.