Krankenstand in Stadt und Landkreis Kassel

Berufstätige in Stadt und Landkreis Kassel leiden zunehmend unter Rückenproblemen

Mann der an Schreibtisch steht und sich den wohl schmerzenden Rücken hält
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Schmerzen im Corona-Homeoffice: So geht es Ihrem Rücken schnell besser. (Symbolbild)

Die DAK hat einen Gesundheitsreport erstellt. Ein Ergebnis dieser Studie: Bei Arbeitnehmern in Stadt und Landkreis Kassel nehmen Rückenleiden zu.

Im Zuge der Pandemie haben Rückenleiden bei Erwerbstätigen in Stadt und Landkreis Kassel deutlich zugenommen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK hervor, bei der etwa 41 000 Menschen in der Region versichert sind. Demnach gingen 2020 die meisten Fehltage auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen – dazu zählen zum Beispiel Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden. Mehr als ein Fünftel der DAK-Versicherten meldete sich im vergangenen Jahr wegen solcher Beschwerden krank.

Analysiert wurden auch die Fehlzeiten im ersten Halbjahr 2021. Unter den Erwerbstätigen der DAK-Versichterten gebe es auch in den ersten sechs Monaten ein auffälliges Plus bei Fehlzeiten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen, sagt Andreas Kohlrautz, Chef der DAK-Gesundheit in Kassel.

Das Gesundheitsamt sowie das Gesundheitsdezernat der Stadt wollten die Erkenntnisse trotz mehrfacher Nachfrage nicht kommentieren. Für andere Experten kommen die Studienergebnisse nicht überraschend. Sascha Seifert, Leiter des Therapiezentrums Rehamed, sieht einen engen Zusammenhang zwischen Homeoffice und zunehmenden Rückenproblemen.

Der Physiotherapeut und Osteopath erklärt, dass vermehrtes Sitzen zu Beschwerden führe. Untersuchungen hätten ergeben, dass Berufstätige im Büroalltag zwischen 5000 und 8000 Schritte zurücklegen. Arbeiten sie jedoch zu Hause, sinke die Anzahl im Durchschnitt unter 1500. Unter dem Bewegungsmangel leide dann der Rücken, weil zum einen die Bandscheiben mehr belastet würden und zum anderen die Muskulatur verkümmere.

Insgesamt fielen Frauen und Männer aus Stadt und Landkreis im ersten Halbjahr 2021 aber seltener aus. Laut DAK-Studie sank der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 auf 4,3 Prozent – bedeutet: An jedem Tag bis Ende Juni waren von 1000 Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben. Als Hauptgrund für den niedrigeren Stand nennt Kohlrautz den „massiven Rückgang“ bei Atemwegserkrankungen: „Die Erkältungssaison im Frühjahr ist nahezu komplett ausgefallen.“ (Robin Lipke)

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