Bürger-Energiegenossenschaft Kassel in den Startlöchern

Rückenwind für Öko-Strom - Jeder kann mitmachen

Energiewende vor Ort: Rund um Kassel sollen in den nächsten Jahren mehrere Windparks entstehen. An denen können sich Energiegenossenschaften beteiligen. Das Foto entstand bei Dransfeld in Niedersachsen. Foto: Maas/nh

Kassel. Die Energiewende findet nicht auf der stürmischen Nordsee, sondern im Kaufunger Wald, in der Söhre und im Habichtswald statt. Davon sind die Initiatoren der Bürger-Energiegenossenschaft Kassel überzeugt.

Vor den Türen der Großstadt entstehen in den nächsten Jahren Windparks, für die die Planungen schon sehr weit fortgeschritten sind. 100 Millionen Euro sollen hier investiert werden. Es könnten mittelfristig noch viel mehr werden.

„Bisher fließen pro Jahr 330 Millionen Euro für Energie aus der Region ab, 300 Millionen Euro könnten wir hier behalten“, sagt Dr. Thorsten Ebert, Vorstand der Städtischen Werke Kassel und dort verantwortlich für erneuerbare Energien. Voraussetzung dafür, dass das Geld in der Region bleibt und nicht zum Beispiel für Öl nach Saudi Arabien fließt, sind erhebliche Investitionen in Windkraft, Fotovoltaik und Biogasanlagen. Im Umland gibt es bereits Genossenschaften, über die Bürger in erneuerbare Energien investieren können. In Kassel laufen die Vorbereitungen für eine Gründung Anfang kommenden Jahres. Ziel ist es, dass diese Genossenschaften Geld in den Ausbau regenerativer Energien in der Region stecken. Dieses Geschäftsmodell wird seit 150 Jahren sehr erfolgreich praktiziert. Eine der bekanntesten Genossenschaften hat Friedrich-Wilhelm Raiffeisen gegründet. „Wir erleben gerade einen Boom von Neugründungen im Bereich der regenerativen Energien“, sagt Bernhard Brauner vom hessischen Genossenschaftsverband. Bei kaum einer anderen Investition sei das Geld so sicher. Nur 0,1 Prozent der Genossenschaften gingen pleite.

Unterstützung bekommt das Projekt aus der Kommunalpolitik. Die Kasseler Stadtverordneten setzen sich mit breiter Mehrheit dafür ein. Zu den Initiatoren der Bürger-Energiegenossenschaft gehören Vertreter von SPD, Grünen, CDU und FDP.

Von Thomas Siemon

Mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Hessischen Allgemeinen von Samstag, 3. November

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.